"Orangener Punkt" soll mobil machen

Enya Steinbrecher und Max Schuler

Von Enya Steinbrecher & Max Schuler

Fr, 02. September 2016

Gundelfingen

Heuweiler Bürger wollen auch Nachbargemeinden einbinden.

HEUWEILER/GUNDELFINGEN. Ohne Auto mobil sein: das ist in Heuweiler aufgrund der mäßigen Busverbindungen gar nicht so einfach. Dagegen will die Bürgerrunde Heuweiler vorgehen. In einer Gemeinderatssitzung wurde j

üngst das Konzept für die Mitfahrgelegenheit "Orangener Punkt" genehmigt: An vier verschiedenen Stellen in Heuweiler wurde der Punkt angebracht. Wer hier steht, möchte mitgenommen werden – wahlweise Richtung Gundelfingen, Denzlingen oder Glottertal.

Vier Orangene Punkte hängen bereits in Heuweiler: an der Bushaltestelle Richtung Glottertal und Denzlingen, am Dorfausgang Richtung Gundelfingen zwischen Wiesen- und Weidweg, in Hinterheuweiler bei der Brücke über den Taubenbach und in Höhe der Hausnummer 28 und 29. Wenn es nach Burkhard Werner geht, soll sich der Orangene Punkt auch in Denzlingen und Gundelfingen etablieren. Bisherige oder auch potentielle Nutzer hätten angeregt, dass das System nur Sinn mache, wenn man aus der näheren Umgebung auch wieder zurück nach Heuweiler gelange.

Das Fazit eines ersten BZ-Praxistests: Wer an den orangenen Punkten steht, wird (noch) nicht mitgenommen. Das Trampen ist in den letzten Jahren ziemlich in Verruf geraten. Das könnte einer der Gründe sein, weshalb auch nach eineinhalb Stunden Warten nicht ein einziges Auto anhält. Die Straßen in Heuweiler sind auch nicht sehr hoch frequentiert. Kaum einer weiß zudem von der Aktion.

Vor allem Menschen, die kein Auto oder nur ein einziges im Haushalt haben, sollen dadurch profitieren. Schnell nach Gundelfingen zum Einkaufen fahren, ist bisher ohne Auto nur schwer möglich.

Ob die Aktion noch zu unbekannt ist, oder ob viele Autofahrer einfach Bedenken haben, einen Fremden am Straßenrand mitzunehmen, ist schwer zu sagen. Für Personen, die zeitlich gebunden sind – beispielsweise auf dem Weg zur Arbeit – scheint dies jedenfalls noch keine Alternative zu sein. Wer die Mitfahrgelegenheit "Orangener Punkt" nutzen will, muss bisher zeitlich flexibel sein, viel Geduld und jede Menge Glück haben.

Über eine Whats-App-Gruppe wollen sich die Nutzer des Orangenen Punkts besser vernetzen, sagt Werner. Anfang September möchten die Engagierten auch an die Bürgermeister und Gemeinderäte der Nachbargemeinden herantreten, um sich dort für Rückkehrpunkte nach Heuweiler starkzumachen und so das Mitfahrangebot für die Nutzer attraktiver zu gestalten. Langfristiges Ziel der Bürgerrunde Heuweiler ist es, das Dorf mobiler, klimafreundlicher und auch verkehrsärmer zu machen.