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27. November 2014

Der Natur ein kleines Stück näher

Campingplatz Bankenhof in der Bruderhalde darf sich nun Naturerlebnis-Betrieb nennen / Lehrpfad für die Gäste errichtet.

  1. Freude über die Urkunde (von links): Alois Schubnell, Martin Schubnell, Daniela Schweizer vom Campingplatz Bankenhof sowie Eva Winghofer und Geschäftsführer Marco Walter vom Verein Ecocamping. Foto: Joachim Frommherz

  2. Eine der Stationen des Lehrpfades: Die Teilnehmer müssen erraten, um welche Holzsorten es sich hier handelt. Foto: Joachim Frommherz

HINTERZARTEN/FELDBERG. Insektenhotel, Bau eines Waldsofas aus Holz, Feuer machen ohne Feuerzeug: Acht Campingunternehmen in Baden-Württemberg haben Freizeitaktivitäten geschaffen, die ihre Gäste näher an die heimische Natur bringen. Der Campingplatz Bankenhof in der Bruderhalde hat im Rahmen des Projekts "Naturerlebnis und Umweltbildung auf Campingplätzen in Baden-Württemberg" einen Naturlehrpfad eingerichtet. Der Lohn: Dienstag bekam der Campingplatz eine Urkunde überreicht, die die Qualifizierung zum Naturerlebnis-Betrieb dokumentiert.

Nach der Abschlussveranstaltung auf dem Feldberg im Haus der Natur hatten die Vertreter der ausgezeichneten Campingplätze die Möglichkeit, sich über die Umsetzung des vom Verein Ecocamping und dem Landesverband der Campingplatzunternehmer initiierten sowie vom Land unterstützen Projekt auf dem Campingplatz Bankenhof zu überzeugen.

Rund anderthalb Kilometer ist der Lehrpfad lang, etwa zwei Stunden ist man unterwegs und passiert dabei eine ganze Reihe an Stationen, die sich mit der Natur beschäftigen. Angefangen vom Biber, der in der Nähe des Campingplatzes haust, die verschiedenen Holzarten in den Wäldern oder wie man versucht, den Wald umzubauen, um wegzukommen von der Fichtenmonokultur. Sogar dem Vorurteil, dass man beim Fällen und Abtransport mit den Maschinen den Boden schädigt, wird begegnet. An einer anderen Station liegt ein uralter Stamm, den man der Witterung überlässt – als Anschauungsobjekt wie er verfault, aber auch wie sich neues Leben an ihm entwickelt. Der Seebach wird ebenfalls miteinbezogen. Hier dreht es sich um den Besatz mit Fischen und um die Sole des Bachs, die sich in den vergangenen Jahrzehnten um einen halben Meter vertieft hat. Abschluss des Lehrpfades bildet dann ein Besuch im Museum für landwirtschaftlichen Geräte im insgesamt 450 Jahre alten Bankenhof, das Schubnell zusammen mit Oskar Ganter ins Leben gerufen hat.

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Die Lehrpfad des Campingplatzes ist in einem Familienprojekt entstanden, erzählt Inhaber Alois Schubnell stolz. Sohn Martin Schubnell etwa beteiligt sich an dem Lehrpfad mit einem Lehrvortrag über die Imkerei, die Enkel besorgten Bilder, die die einzelnen Stationen illustrieren. Öffentlich ist der Pfad allerdings nicht. Er kann nur nach Anmeldung beim Campingplatz begangen werden. Immer gibt es einen Führer, der mit dabei ist, denn schließlich führt der Pfad durch Naturschutzgebiet, von dem der Campingplatz umgeben ist und in dem es sehr seltene Pflanzen gibt. Man hoffe, dass man auch Feldbergranger Achim Laber für die eine oder andere Führung gewinnen könne, meint Alois Schubnell weiter. Er ist nun gespannt, wie der Lehrpfad oder wie er es ausdrückt, die Natur-Informationswanderung, angenommen wird. Schubnell denkt bereits über eine Erweiterung und Verbesserungen nach.

Interessenten einer Führung auf dem Lehrpfad können sich beim Campingplatz Bankenhof melden unter Tel. 07652/1351 oder E-Mail info@camping-bankenhof.de.

Naturerlebnis-Betrieb

Das Projekt "Naturerlebnis und Umweltbildung auf Campingplätzen in Baden-Württemberg" hat zum Ziel, Gäste für das Thema Nachhaltigkeit zu sensibilisieren und Berührungspunkte zu Natur und Umwelt zu schaffen. Sie sollen in der Natur mehr sehen als eine schöne Kulisse. Das Projekt lief über zwei Jahre. In diesem Zeitraum wurden Campingunternehmer und ihre Mitarbeiter in Seminaren geschult, um eigenständig Angebote zur naturnahen Freizeitgestaltung realisieren zu können. Im Beisein von Klaus Bonath (Vorsitzender des Landesverbands der Campingplatzunternehmer in Baden-Württemberg), Martin Eggstein vom Umweltministerium sowie Marco Walter, Geschäftsführer von Ecocamping erhielten die teilnehmenden Campingunternehmen am Dienstag zum Projektabschluss ihre Urkunden im Haus der Natur auf dem Feldberg überreicht.  

Autor: jfz

Autor: Joachim Frommherz