Ein Ideensturm wurde entfacht

Sebastian Barthmes

Von Sebastian Barthmes

Sa, 22. September 2018

Ibach

Vertreter aus den Biosphärengemeinden des Landkreises Waldshut trafen sich in Ibach zu einem ersten Workshop.

IBACH. Das Biosphärengebiet Schwarzwald soll ein Projekt sein, dass von den Einheimischen belebt wird. Ein Workshop, zu dem die Biosphärengemeinden im Landkreis Waldshut zusammen mit dem Landratsamt am Donnerstag nach Ibach eingeladen haben, sollte Impulse liefern. Tatsächlich entwickelten die Teilnehmer rund 50 Ideen – elf wurden näher beleuchtet.

Dem ersten Workshop soll ein weiterer folgen, bei dem schließlich drei Ideen so weit entwickelt werden, damit sie umgesetzt werden könnten. Dafür wollen die beteiligten Gemeinden dann Förderanträge stellen.

"Groß gedacht" – mit diesem Slogan gaben die Organisatoren des Abends den Teilnehmern vor, nach Leuchtturmprojekten zu suchen. "Was schlummert, was können wir wachküssen, was hat Potential?" Mit diesen Fragen regten die Moderatoren Dirk Kron und Lena Hummel von der Freiburger Agentur Suedlicht die Fantasie der Teilnehmer an. In schnellen Runden brachten sie die Vertreter der Gemeinden und des Landratsamtes, Handwerker, Unternehmer, Vertreter von Vereinen, Landwirte und weitere Teilnehmer miteinander ins Gespräch. Gedanken wurden geäußert, ergänzt, weiter ausgebaut, diskutiert – die rund 65 Frauen und Männer aus St. Blasien, Häusern, Höchenschwand, Dachsberg und Ibach, aus Bernau, Wehr, Ühlingen-Birkendorf und Albbruck ließen sich ermuntern, "mutig, wild und groß zu denken".

In 15 kleinen Gruppen sammelten die Anwesenden ihre Gedanken und konkretisierten sie: Die für die Region prägende Mundart müsse gefördert werden, Biosphären-Festspiele würden den vielen Künstlern in der Region eine Bühne bieten und gleichzeitig eine Attraktion sein, ein Museumsbus könnte regelmäßig Gäste zu verschiedenen Sehenswürdigkeiten in der Region bringen. Dem Holz und auch dem öffentlichen Personennahverkehr, der regionalen Produktion und überhaupt der Nachhaltigkeit räumten die Teilnehmer einen großen Stellenwert ein.

So schaffte es beispielsweise die Idee eines "Miteinander-Hauses" Auswahlrunde: Darin könnten Arbeitsplätze für Selbständige und Räume für Tagungen oder Seminare angeboten werden. Es könnte zur Ideenschmiede und zum Schaufenster der Region werden. Gleichzeitig könnte es durch moderne Architektur eine Besonderheit werden.

Moderne Technik und Architektur mit dem Werkstoff Holz wollten mehrere Gruppen verbinden. In einem "Kompetenzzentrum Holz" könnte man "innovative Firmen aus der Region zusammenbringen und Kompetenz nach außen tragen". Dort könnte man die Tradition der Holznutzung bewahren und weiterentwickeln. Überhaupt sollte die "Holzbauarchitektur mit regionalem Bezug" gestärkt werden.

Erlebniscamps, um Kindern und Erwachsenen die Heimat und die Natur näher zu bringen, einen Mountainbike-Trail, und Ideen für den nachhaltigen, sanften und hochwertigen Tourismus sowie viele weitere Gedanken präsentierten die Teilnehmer im Laufe des Abends. Alle werden nun genau erfasst, kein Ansatz soll verloren gehen.

Bei einem zweiten Workshop am 24. Oktober in St. Blasien sollen dann drei oder vier Ideen ausgewählt und vertieft werden, die nach Meinung der Gruppe umgesetzt werden sollten.

"Es war ein großes Experiment und ich bin begeistert, wie toll das gelungen ist", sagte St. Blasiens Bürgermeister Adrian Probst am Schluss der Veranstaltung. Auch die Moderatoren waren begeistert von der Vielfalt und der Qualität der Ideen. Mit ihrer Art der Moderation hatten sie maßgeblich dazu beigetragen, dass Gedanken ausgetauscht und in relativ kurzer Zeit konkretisiert und beschrieben wurden.