Ein Jahr der Veränderungen

Karin Steinebrunner

Von Karin Steinebrunner

Do, 02. Februar 2017

Ibach

CDU Ortsverband Dachsberg/Ibach blickt auf 2016 zurück / Gabriele Schmidt zu Gast.

IBACH. Beim Jahresabschluss des CDU-Ortsverbandes Dachsberg/Ibach konnte der Vorsitzende Friedrich Bücheler die Bundestagsabgeordnete Gabriele Schmidt begrüßen, die zuvor eine Gruppe ehrenamtlich arbeitender Frauen aus dem gesamten Landkreis nach Berlin eingeladen hatte, unter ihnen auch 20 Mitglieder der Frauengemeinschaft Wittenschwand. Ingrid Kaiser bedankte sich bei Gabriele Schmidt für die unkomplizierte Zusage und den interessanten Einblick in die Arbeit des Bundestages.

"Die Frauengemeinschaft kann im kommenden Jahr ihr 50-jähriges Jubiläum feiern, und da hatte ich angefragt, ob wir nicht einmal nach Berlin kommen könnten", erklärte Ingrid Kaiser. Schmidt habe sofort zugesagt, und so waren die Frauen vier Tage unterwegs gewesen. Sie waren nicht nur von der Betreuung begeistert, sondern auch überrascht vom eng getakteten Terminplan der Abgeordneten. Sie hatten eine Sitzung im Bundestag miterlebt, die Landesvertretung von Baden-Württemberg besichtigt und eine ausgiebige Stadtrundfahrt unternommen. Für Gabriele Schmidt gab es in Ibach zum Dank ein kleines Präsent. Zusätzlich aber haben die Frauen am Ende ihrer Reise gesammelt. Dabei sind von der insgesamt rund 50-köpfigen Gruppe 800 Euro zusammen gekommen, die an den Verein Herzklopfen in Freiburg gespendet werden sollen, eine Elterninitiative für herzkranke Kinder.

Nicht erst im kommenden, sondern bereits in diesem Jahr wird der CDU-Ortsverband 50 Jahre alt, und Friedrich Bücheler stellte daher Überlegungen an, wie dieses Jubiläum gebührend gefeiert werden könnte. Zur Diskussion stellte er etwa die Verbindung der Feier mit einer Wahlveranstaltung, zu der er gerne Felix Schreiner einladen würde. Auch eine Wanderung auf dem neuen Albsteig, der im Sommer eröffnet werden soll, regte Bücheler an. Außerdem gab er bekannt, dass er mit dem Vorsitzenden des Ortsverbandes St. Blasien Kontakt aufgenommen habe und dieser ein Sommerfest plane.

In seiner Rückschau auf das vergangene Jahr meinte Bücheler, 2016 werde in die Geschichte eingehen als Beginn ungeheurer Veränderungen in Politik und Gesellschaft. Prognosen gälten nichts mehr, die Stabilität der EU, der Nato, ja vielleicht sogar der Demokratie überhaupt, sei manchen Kommentatoren zufolge dahin. Um so mehr seien nun alle gefordert, das Vorhandene zu erhalten. Er wage keine Prognose für die Bundestagswahl.

Schmidt bedauert Ängste und Unbehagen statt Dankbarkeit

Auch Gabriele Schmidt sprach von einem fragilen Europa, von der bröckelnden Wertegesellschaft angesichts einer Welt, in der Nachrichten in Minutenschnelle um die Welt geschickt werden könnten, in der Effekthascherei herrsche und Informationen die Runde machten, die jeder realen Grundlage entbehrten. Deutschland sei, so Schmidt, mitten in dieser Gesellschaft – als Insel der Seligen, denn es schreibe fantastische Wirtschaftsdaten. Die Fakten aber wolle keiner mehr hören, die Solidargemeinschaft leide im Gegenteil unter Ängsten und Unbehagen anstelle von Dankbarkeit. "Die Welt neidet uns Angela Merkel, wir selbst demontieren sie", brachte sie das Paradoxon auf den Punkt und mahnte an, Terrorismus und Flüchtlingsproblematik strikt zu trennen.

Bezogen auf ihr Spezialgebiet, die Sozialpolitik, erklärte Gabriele Schmidt, die beste Sozialpolitik sei eine gute Wirtschaftspolitik, denn jeder zweite erwirtschaftete Euro fließe letztlich in die Sozialpolitik. Die mittleren Einkommen seien im Grunde die Träger der Gesellschaft, sie dürfe man nicht überfordern. Dasselbe gelte in Richtung Bundesteilhabegesetz, das Schritt für Schritt vorangebracht werde, etwa in Bezug auf Wahlfreiheit der Wohnung und des Arbeitsplatzes für Menschen mit Behinderung. Dazu gehöre auch, Behinderten ein Budget für Arbeit einzuräumen, mit dem sie dem Arbeitgeber gegenüber einen Ausgleich für Minderleistung gewähren können.

Der ehemalige Ibacher Bürgermeister Artur Meiners lobte ausdrücklich Schmidts Einsatz für die rund zehn Prozent der Bevölkerung, die als Behinderte in unserer Gesellschaft über keinerlei Lobby verfügten, und Gabriele Schmidt selbst erinnerte mit dem Satz "jeder Einzelne von uns kann morgen ein Mensch mit Behinderung sein" daran, dass weniger Menschen von Geburt an als im Laufe ihres Lebens durch Krankheit mit einer Behinderung leben müssten.