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29. August 2011 15:19 Uhr

Ungewöhnliche Freundschaft

Hunde bemuttern ein verwaistes Rehkitz

Eine ungewöhnliche Tierfreundschaft gibt es bei Erika und Armin Flubacher in Ihringen zu bewundern: Drei Hunde haben ein Rehkitz angenommen und leben mit ihm einträchtig in dem Bauernhaus zusammen.

  1. Ronja, der kleine schwarze Jagdterrier, und das Rehkitz Punkti schmusen im Hundekorb bei der Familie Erika und Armin Flubacher in Ihringen. Foto: Erika Flubacher

Anfang Mai erhielt Familie Flubacher, die Hühner und Ziegen züchtet, sowie einen eigenen Hofladen in der Breisacher Straße 22 betreibt, von einer Winzerin ein Rehkitz. Es wurde von seiner Mutter nicht mehr angenommen, da es von Menschen angefasst wurde, erklärt Erika Flubacher. Die Eheleute nahmen sich dem schwachen und fast leblosen Rehlein an. Aus Erfahrung wussten sie, dass Rehe Ferkelmilch gut vertragen. Sie hatten vor 13 Jahren schon einmal ein Kitz großgezogen haben, das jetzt immer noch in einer privaten Auffangstation im Schwarzwald lebt. "Wir haben dem Rehkitz in den ersten Tagen alle zwei Stunden mit einer sterilen Spritze tröpfchenweise Milch gegeben, bis nach und nach wieder Leben in das Tier kam. Es hat dann den Namen ’Punkti’ erhalten, der vielen Punkte wegen", berichtet Erika Flubacher weiter.

Nach ein paar Tagen trank es bereits ganz gierig aus einer Babyflasche seine Milch. "Danach musste ich ihm jedes Mal das Bäuchlein reiben, damit die Verdauung in Schwung kam", erklärt die Tierliebhaberin. Emmi, einer der drei Hunde auf dem Hof, sah ihr dabei zu. Dann schleckte der Hund dem Rehkitz meist den Bauch ab.

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Punkti frisst mittlerweile auch schon Obst und Brot

Emmi ist ein Jagdhund der Rasse "Deutsch Langhaar" und wird auch zur Jagd geführt. Er hatte im November vergangenen Jahres einen Wurf Welpen. Dann gibt es auf dem Hof noch Ronja, einen kleinen schwarzen Jagdterrier, der zur Fuchsjagd eingesetzt wird, und mit Punkti das Hundekörbchen zum Schlafen teilt. "Mittlerweile ist Punkti ein Bambi und lebt bei uns und unseren Hunden ganz ohne Probleme", freut sich Erika Flubacher. Sein Futter, meist Obst und ein paar Stücke Brot, holt es sich inzwischen selbst in der Küche ab. Außerdem trinkt es täglich vier Flaschen Milch. Danach wird dann auf dem Hundeplatz etwas geschlafen, bis das Rehkitz wieder in sein eigenes Areal im angrenzenden Garten geht. Dieser wurde extra angelegt, damit es dem Kitz auch an Gräsern, Kräutern, Klee und Sträuchern nicht fehlt.

"Auch Emmi und Ronja schauen immer ganz fürsorglich, ob alles in Ordnung ist", beobachtet Erika Flubacher. Ihrer Ansicht nach hat das Bambi großes Glück gehabt. Es sei nicht so ganz einfach, ein Kitz ohne Mutter großzuziehen. "Bestimmt hat dem Rehkitz gut getan, dass es von den Hunden bemuttert worden ist", vermutet die Tierliebhaberin, die zusammen mit ihrer Familie hofft, dass diese ungewöhnliche Tierliebe noch lange anhält.

Überrascht waren die Kinder, die am Ihringer Ferienprogramm zum Thema "Wald und Natur" teilnahmen. Sie durften das Rehkitz streicheln, während ihnen Erika Flubacher von der ungewöhnlichen Freundschaft erzählte.

Autor: Elisabeth Jakob-Kölblin