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11. Oktober 2015 14:48 Uhr

Suche nach neuer Trasse

Ortsvorsteher und Bürgerinitiative fordern bei der B 31 mehr Verständnis

Bei einem Ortstermin in Wasenweiler und Ihringen haben Wasenweilers Ortsvorsteher Alois Lai sowie Vertreter der Bürgerinitiative (BI) "B 31 – Es geht auch anders" ihre Forderung nach einer alternativen, südlichen Trassenführung für den zweiten Bauabschnitt der Bundesstraße 31 zwischen Gottenheim und Breisach unterstrichen.

  1. Wasenweilers Ortsvorsteher Alois Lai (Zweiter von links) erklärt der SPD-Landtagskandidatin Birte Könnecke (Dritte von rechts) den geplanten und umstrittenen Trassenverlauf der B31 West. Foto: Thomas Rhenisch

Ihringen trägt die Hauptlast
Birte Könnecke, SPD-Landtagskandidatin, die bei den Wahlen im kommenden Jahr die Nachfolge von Christoph Bayer antreten möchte, war nach Ihringen gekommen, um sich über den Planungsstand des Straßenbauwerks und über die Positionen der Bürgerinitiative zu informieren.

Rund die Hälfte der insgesamt rund elf Kilometer langen, neuen Straße würde nach jetzigem Planungsstand auf Ihringer Gemarkung verlaufen, rechnete Wasenweilers Ortsvorsteher Alois Lai bei dem Vor-Ort-Termin den Gesprächspartnern vor. Ihringen und Wasenweiler würden somit die Hauptlast der Trasse tragen. Der Nutzen für die Winzerdörfer sei jedoch sehr begrenzt.

Lärmbelastung nimmt zu
Für Wasenweiler und Ihringen bedeute die parallel zur Bahnlinie verlaufende sogenannte Nordtrasse, mit der bislang geplant wurde, eine deutliche Verschlechterung gegenüber der gegenwärtigen Situation, ist sich der Ortsvorsteher sicher. Zwar würde der innerörtliche Verkehr um rund ein Drittel verringert, zugleich würde jedoch die Lärmbelastung durch die in unmittelbarer Ortsnähe verlaufende neue Bundesstraße erheblich zunehmen, und zwar Tag und Nacht. "Gerade in Wasenweiler wäre die Beschallung enorm, weil der Ort wie in einem Amphitheater liegt und die Berge den Schall zurückwerfen", erklärte Lai.

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Ihringen könnte klagen
In Ihringen würden zudem die Sportanlagen und das Schwimmbad durch die Bundesstraße vom Ort abgetrennt, Ihringen würde die einzige verbleibende Entwicklungsachse gekappt. Für die Gemeinde sei die Nordtrasse definitiv unzumutbar, waren sich der Ortsvorsteher und die Aktivisten der Bürgerinitiative bei dem Treffen einig. Sollte es im wieder aufgenommenen Planfeststellungsverfahren bei der Nordvariante bleiben, werde Ihringen in jedem Fall juristisch gegen den Bau der Straße vorgehen. Weitere Verzögerungen seien die Folge.

Moorgebiet wird durchschnitten
Ein ihrer Meinung nach weiteres gewichtiges Argument gegen die Bündelungstrasse entlang der Bahnlinie sei die Tatsache, dass sie über weite Strecken das Niedermoorgebiet "Ried" durchschneide, ergänzte Christina Clement von der Bürgerinitiative "B 31 – Es geht auch anders". Nach neueren naturschutzrechtlichen Bestimmungen sei dies so gar nicht mehr genehmigungsfähig, so Clement.

Lai fordert Solidarität
Von den umliegenden Gemeinden, die allesamt vehement den Bau der Straße fordern, wünschte sich der Lokalpolitiker Alois Lai mehr Solidarität und Verständnis für die Sorgen und Nöte Ihringens und Wasenweilers.

Es sei lange Zeit versäumt worden, auf kommunaler Ebene Kompromisse auszuhandeln. Vor allem dem Merdinger Alt-Bürgermeister Eckart Escher warf Lai vor, nach dem Sankt-Florians-Prinzip verfahren zu haben. So sei die von Ihringen favorisierte Südtrasse durch den Schachenwald von der Tuniberggemeinde stets abgelehnt worden, obwohl sie in großer Entfernung vom Dorfgebiet verlaufen würde. Für Merdingen hätte sie sogar den Vorteil, dass das örtliche Gewerbegebiet besser an das Fernstraßennetz angebunden wäre.

BI weist auf Alternativen hin
Im anstehenden Planfeststellungsverfahren hoffen der Ortsvorsteher und die 350 Mitglieder der Ihringer BI, dass auch die Belange Ihringens künftig stärker berücksichtigt werden, zumal es durchaus gangbare Alternativen gebe, wie die Ortschaftsrätin und BI-Aktivistin Friederike Schlatterer bei dem Ortstermin betonte. Diese Alternativen sehen die Ihringer nach wie vor in der Südtrasse durch den Schachenwald beziehungsweise in einer weiteren, ebenfalls südlich verlaufenden Trasse entlang der bestehenden Hochspannungsleitungen. Einen Ansatzpunkt für ein verbessertes interkommunales Zusammenwirken sieht die BI in den jüngsten Äußerungen von Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer, die die betroffenen Bürgermeister zur verstärkten Zusammenarbeit aufgefordert hat.

Könnecke will sich einsetzen
Von Birte Könnecke wünschte sich Parteifreund Alois Lai, dass sie sich, sollte sie in den Landtag gewählt werden, dort für einen alternativen Trassenverlauf starkmachen wird. Das wollte Könnecke allerdings nicht versprechen. Sie will sich aber auf jeden Fall dafür einsetzen, dass auch die Ihringer und Wasenweiler Interessen in dem Verfahren gehört und berücksichtigt werden.

Autor: Thomas Rhenisch