In der École Mahoro wird auch friedliches Zusammenleben gelernt

Manuela Schmitt

Von Manuela Schmitt

Mi, 26. Oktober 2016

Breisach

Abbé Alphonse berichtete in der Breisacher Hugo-Höfler-Realschule über sein Schulprojekt im ostafrikanischen Burundi / Spende der Schülermitverwaltung.

BREISACH. Ein bunt gemischtes Publikum konnte Markus Rupp, Konrektor der Hugo-Höfler-Realschule, beim Burundi-Abend in der Aula der Breisacher Schule begrüßen. Die Schüler mehrerer Klassen, ihre Eltern und Lehrer sowie interessierte Bürger aus Breisach und Umgebung waren zur Veranstaltung mit Abbé Alphonse und weiteren Gästen aus Burundi gekommen. Von Beginn an wurde deutlich, dass der Funke übersprang.

Es war ein fröhlicher Abend mit vielen Informationen, mitreißenden Liedern und Trommelvorführungen sowie persönlichen Gesprächen und spontanem gemeinsamem Tanzen zum Schluss. Die Schülersprecher der Hugo-Höfler-Realschule, Zoe Schillinger und Dennis Coletti, überreichten einen Scheck der Schülermittverwaltung (SMV), zudem hatte die Klasse 8 d mit ihrem Klassenlehrer Stefan Keintzel ein kleines Buffet vorbereitet und spendete den gesamten Erlös.

Burundi in Ostafrika ist eines der ärmsten Länder der Welt. Armut, Hunger, politische Instabilität und die immer noch spürbaren Folgen des Bürgerkriegs zwischen den unterschiedlichen ethnischen Gruppen des Landes prägen das Leben in dem kleinen Staat, der ungefähr die Größe und Einwohnerzahl von Baden-Württemberg hat. (Die BZ berichtete kürzlich über die politische Situation in Burundi.) Abbé Alphonse brachte den Zuhörern aber auch die andere Seite des Landes nahe, das durch sein bevorzugtes Klima sehr fruchtbar und landschaftlich reizvoll ist. "Die Menschen in Burundi sind trotzdem arm und der einzige Weg aus der Armut ist der Schulweg", war einer seiner Kernsätze. Abbé Alphonse Ndabiseruye studierte zunächst in Burundi Theologie und Philosophie und wurde 1990 von Johannes Paul II – "einem echten Heiligen", wie er stolz erzählte – zum Priester geweiht. Während des blutigen Bürgerkriegs zwischen den Hutu und den Tutsi wurde er 1995 schwer verletzt und kam nach Deutschland, wo er weiterstudierte, seine Doktorarbeit schrieb und die Lehrerlaubnis für Hochschulen (Habilitation) erhielt. Er entschied sich jedoch, nach Burundi zurückzugehen und dort einen Beitrag zur Entwicklung seines Landes zu leisten.

Die von ihm gegründete École Mahoro (Friedensschule) ist inzwischen ein ausgedehntes Schulzentrum mit unterschiedlichen Abteilungen. Neben dem Kindergarten, der Grundschule und dem Gymnasium gibt es eine Berufsschule, eine Krankenstation und eine Mensa. "Früher haben die Kinder sich schon am Morgen nicht konzentrieren können, weil sie Hunger hatten, heute kommen sie alle, weil sie wissen, dass es bei uns eine warme Mahlzeit gibt." Vor allem legt die Schule aber Wert darauf, dass Kinder aus unterschiedlichen Ethnien hier lernen, friedlich miteinander zu leben. Für die Zukunft ist der Bau eines Mädcheninternats, einer Bibliothek und einer Kirche geplant.

Während seiner Präsentation wurde Abbé Alphonse nicht müde, auf die Bedeutung der Bildung für sein Land hinzuweisen. "Hi, Ha, He – Hirn, Herz und Hand, das sind die Eckpunkte seines Engagements. Echte Bildung braucht seiner Überzeugung nach klares Denken und intelligente Lösungsansätze, aber genauso die Einbeziehung humanitärer und religiöser Werte sowie ein zupackendes Engagement. Und dies gelte nicht nur für arme Länder wie Burundi, sondern überall auf der Welt.

Mitreißende Trommelvorführungen

Zum zweiten Teil des Abends zogen sich die Gäste aus Afrika dann nochmals um. In farbenfrohen Gewändern und mit mitreißender Vitalität begeisterten sie die Besucher mit den berühmten burundischen Trommelvorführungen. "Saga, saga, sagamba Burundi – dir Burundi alles Gute", lautete die Botschaft, in die die Besucher des Abends gerne einstimmten. Private Partnerschaften, wie die der Schüler der Hugo-Höfler-Realschule sind eine Möglichkeit dafür.