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10. März 2013 19:00 Uhr

SC Freiburg

Jan Rosenthal: "Eine Menge Überlegungen in der Birne"

SC-Freiburg-Spieler Jan Rosenthal erklärt seinen Wechsel zu Eintracht Frankfurt.

  1. Jan Rosenthal wechselt vom SC Freiburg zu Eintracht Frankfurt. Foto: Meinrad Schön

Pfiffe und Buh-Rufe schlagen Jan Rosenthal bei seiner Auswechslung von der Tribüne entgegen. Doch Jan Rosenthal will sich nicht verstecken. Und erklärt seinen Wechsel zu Eintracht Frankfurt.

Geduldig wartet Jan Rosenthal, bis er an der Reihe ist. Noch spricht Julian Schuster mit den Journalisten. Andere Fußball-Profis hätten umgehend kehrt gemacht. Interviews zählen nicht zu ihren Lieblingsbeschäftigungen. Schon gar nicht in schwierigen Situationen. Eine solche ist es für Rosenthal zweifellos. Da ist nicht nur die 2:5-Niederlage des SC Freiburg gegen den VfL Wolfsburg. Vor dem Spiel war zudem bekannt geworden, dass der 26-jährige Mittelfeldspieler den Sportclub am Saisonende in Richtung Eintracht Frankfurt verlässt. Warum? Darüber will Rosenthal sprechen. "Ich habe eine Menge Überlegungen in der Birne", sagt er.

"Ich möchte mich beweisen." Rosenthal
Allein die Tatsache, dass sich Rosenthal stellt, sagt Vieles aus über seine Beweggründe. Immerhin hatten ihn einige Fans bei seiner Auswechslung kurz vor Spielschluss mit Pfiffen bedacht. Darin mische sich die Enttäuschung über seinen Fortgang, der Frust über die Niederlage und seine eigene Leistung, vermutet Rosenthal. "Ich kann die Fans schon verstehen." Die Perspektive sei in Frankfurt schließlich nicht unbedingt besser als jene in Freiburg. "Die Fans verlieren einen ihrer Stammspieler und hatten vielleicht Freude an mir – genauso wie ich viel Freude in Freiburg hatte und hoffentlich in den drei Monaten noch haben werde."

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Natürlich spielt Geld eine Rolle. Rosenthals Dreijahresvertrag in Frankfurt dürfte um einiges besser dotiert sein als sein Kontrakt beim SC. Der Hauptgrund für seine Entscheidung ist aber ein anderer. "Ich möchte mich beweisen", erklärt er. "Ich suche die Herausforderung in einem nicht ganz so einfachen Umfeld, in dem es nicht so viel Wärme und Harmonie gibt wie hier in Freiburg." Mit letzterer Bemerkung provoziert Rosenthal einen Frankfurter Journalisten: "So schlimm ist es bei uns auch nicht", sagt der, was auch bei Rosenthal für viel Gelächter sorgt.

Wer Rosenthals Vita kennt, glaubt ihm. Der ehemalige U-21-Nationalspieler ist sportlich keineswegs mit sich im Reinen. Dass er sich einst bei Hannover 96 nicht vollends durchsetzen konnte, hat den sensiblen Profi bis heute nicht losgelassen. "Dort bin ich mit einer schwierigen Situation nicht klargekommen", gesteht er. Den Eindruck, der dabei entstanden ist, möchte Rosenthal korrigieren. "Ich hoffe, mich in Freiburg so entwickelt zu haben, dass mir das gelingt."

"Er ist keiner von der einfachen Sorte." Streich
SC-Kapitän Julian Schuster mochte die kleine Enttäuschung über Rosenthals Entscheidung nicht verbergen. "Es wäre schön gewesen, wenn er bleibt. Aber das gehört zu unserem Geschäft dazu", erklärt er. Unstimmigkeiten habe es in der Mannschaft deswegen nicht entstanden.

Für Christian Streich sind Rosenthals Beweggründe nicht überraschend. "Er ist keiner von der einfachen Sorte", urteilt der SC-Trainer. Wobei Streich das keineswegs negativ meint. Er schätzt Typen wie Jan Rosenthal, die sich selbst immer wieder hinterfragen. Auch wenn am Ende eine Entscheidung gegen den SC Freiburg dabei herauskommt.

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Autor: René Kübler und Matthias Eisele