"Jeder Mensch braucht ein Zuhause"

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Do, 07. Juni 2018

Kreis Emmendingen

Beratungsstellen der Caritas registrieren im Landkreis Emmendingen deutliche Zunahme an wohnungssuchenden Menschen .

EMMENDINGEN (BZ). Mit einem vier auf fünf Meter großem Banner macht der Caritasverband für den Landkreis Emmendingen an der Fassade seines Gebäudes an der Emmendinger Lessingstraße darauf aufmerksam, dass Menschen in der Region durch die zunehmende Wohnungsnot wichtige Grundrechte verwehrt werden. "Jeder Mensch braucht ein Zuhause", sagt Rainer Leweling, Geschäftsführer des Caritasverbandes, und verweist auf die gleichnamige Jahreskampagne des Deutschen Caritasverbandes.

Ein sicheres Zuhause ist in Deutschland schon lange nicht mehr selbstverständlich, stellt der Verband in seiner Pressemitteilung fest. Es fehlten eine Million Wohnungen und auch in der Region Emmendingen sei dieser Mangel deutlich zu spüren: "Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aller unserer Beratungsstellen berichten, dass immer mehr Menschen in Not geraten, weil sie keine geeignete Wohnung finden", sagt Leweling und warnt vor gravierenden Folgen. "Wenn der Mangel an bezahlbarem Wohnraum dazu führt, dass immer mehr Menschen auf dem Wohnungsmarkt chancenlos bleiben oder mehr als ein Drittel ihres Einkommens für Miete und Wohnnebenkosten ausgeben müssen, schwächt das unsere Gesellschaft und den gesellschaftlichen Zusammenhalt."

Leweling sieht das Land und die Kommunen in der Pflicht − aber auch die Kirchen. "Wir müssen prüfen, wo es Grundstücke gibt, die sozialverträglich bebaut werden können", lautet seine Forderung. Auch bestehende Gebäude sollten in ihren Nutzungsmöglichkeiten geprüft werden. Darüber hinaus sei eine stärkere Objektförderung im sozialen Wohnungsbau dringend notwendig – so lautet eine der sozialpolitischen Forderungen der Caritas. Nur so könnten Neubauten entstehen, die sich einkommensschwache Mieter oder Familien überhaupt leisten können. "Eine reine Subjektförderung, das heißt die finanzielle Unterstützung bedürftiger Menschen, reicht nicht aus", sagt Leweling laut Mitteilung und beklagt, dass in der Subjektförderung zusätzlich eine Anpassung an den Markt und die regionalen Bedingungen versäumt worden sei. "Die Unterstützung, die die Menschen hier in der Gegend erhalten, ist unzureichend – zumal auch die Mietnebenkosten stark gestiegen sind."

Das Recht auf menschenwürdiges Wohnen einzulösen ist damit nach Einschätzung von Leweling eine der drängenden aktuellen, gesellschaftlichen Herausforderungen. Der Caritas-Geschäftsführer sieht in der Region Emmendingen viel ungenutztes Potential und appelliert auch an die hier Beheimateten, soziale Wohn(bau)projekte positiv zu unterstützen, um Not zu lindern.

Infos zu Zahlen und Ursachen der Wohnungsnot bietet der Deutsche Caritasverband im Internet unter http://www.zuhause-fuer-jeden.de