Äste brechen unter der Last

Rudi Rest

Von Rudi Rest

Sa, 25. August 2018

Kappel-Grafenhausen

Fehlender Baumschnitt führt im guten Obstjahr zu Überlastung.

KAPPEL-GRAFENHAUSEN (rre). In dieses Jahr scheint es eine reiche Obsternte zu geben, ist bei den Obstbauern zu hören. Das milde Wetter im Frühjahr hat während der Blütezeit im April dafür gesorgt, dass die Bestäubung durch die Bienen stattgefunden hat. Auch von Nachtfrösten blieb man verschont, anders als im vergangenen Jahr, als in einer einzigen Frostnacht zum 20. April ganze Ernten zunichte gingen.

Während die Kirschenernte jetzt sehr gut ausfiel, wird es beim Steinobst wie Mirabellen, Zwetschgen, Birnen und Äpfel zu Problemen kommen: Die anhaltende Trockenheit macht in diesem Jahr den Bäumen erheblich zu schaffen, vor allem wird den Früchten auch der Saftgehalt fehlen. Doch ein größeres Problem für die Bäume ist, dass die Besitzer diese im Frühjahr nicht mehr schneiden, erklären Vertreter von Obst- und Gartenbauvereinen. Viele Obstbäume in der Region sehen daher aus wie Trauerweiden. Das führt, ganz besonders in diesem Jahr, zu einem Überhang an Früchten: An den Leitästen, dem Gerüst eines Baumes, sind zahlreiche Seitenäste, an denen sich im Frühjahr die Blütenknospen bilden, an denen die späteren Früchten hängen.

Sind diese nicht richtig geschnitten, also nicht eingekürzt oder der eine oder andere Ast nicht entfernt oder umgelegt, brechen die Äste später unter der starken Last der Früchte ab. Wer jetzt nicht rechtzeitig die starken Leitäste an den Bäumen mit Stützen sichert, läuft Gefahr, dass sie spätestens beim nächsten Sturm komplett brechen. Zudem ist der Pflegeschnitt im Frühjahr wichtig, um die Qualität zu fördern – Klasse statt Masse . Mehrere Obst- und Gartenbauvereine in der Region bieten darum im Frühjahr wieder Schnittkurse an, bei denen ein Verjüngungs- oder Erhaltungsschnitt an Obstbäumen erlernt wird.