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27. April 2010
Die Zeit im Container ist zu Ende
Der zweisprachige Kindergarten mit Grundschule zieht von Bindernheim nach Muttersholtz um / 24 Kinder aus dem Südbezirk .
SÜDLICHE ORTENAU / BINDERNHEIM. Die Zeit im Container hat für den zweisprachigen Kindergarten mit angeschlossener Grundschule bald ein Ende. Nach sechs Jahren Provisorium hat die Trägerorganisation ein Haus gekauft, das den Sommer über saniert werden soll. Nach den Sommerferien soll dann von Bindernheim nach Muttersholtz umgezogen werden. Am Samstag stellten sich Kindergarten und Schule mit einem Tag der offenen Tür der Öffentlichkeit vor.
Seit 1994 gibt es in Bindernheim/Elsass im bilingualen Kindergarten die Möglichkeit, schon im frühen Kindesalter mit zwei Sprachen aufzuwachsen. Nahmen zunächst vier Kinder von deutscher Seite dieses Angebot wahr, hat sich der Anteil bis heute auf 24 Kinder aus Kappel-Grafenhausen, Rust, Altdorf und Münchweier erhöht, die den Kindergarten und die darauf aufbauende Grundschule besuchen. Auch habe sich die Kinderzahl auf jetzt 55 so stark erhöht, dass alleine schon aus diesen Gründen ein neues Domizil gesucht werden musste, berichtet Katja Kern, die Vorsitzende des Fördervereins für Zweisprachigkeit, die selbst drei Kinder im Alter von drei, sechs und neun Jahren in der Einrichtung hat.Werbung
Die Trägerorganisation ABCM ("Association pour le bilinguisme en classe dès la maternelle") unterhält im Elsass zwischen Sarreguemines und Mulhouse zehn solcher zweisprachiger Einrichtungen, die alle auf dem Prinzip "ein Lehrer, eine Sprache" aufgebaut sind. Das heißt, dass die Kinder sowohl im Kindergarten als auch in der Schule im Wechsel von einer deutschen und einer französischen Lehrkraft betreut und unterrichtet werden. Wie die Lehrerin Sylvie Briancon betont, beherrschen die Erzieherinnen und Lehrer zwar auch die zweite Sprache, sind aber angehalten, konsequent mit den Kindern nur in einer Sprache umzugehen. Das erleichtere ihnen sehr die Aneignung beider Sprachen.
Beim Rundgang durch die beiden Container – in einem sind die Kinder des Kindergartens untergebracht, im anderen die Schulkinder – weist Tanja Trotter, die stellvertretende Vorsitzende des Fördervereins, auf den großen Einsatz der Eltern hin, der notwendig sei. Zu den täglichen Bring- und Holdiensten der Kinder, die sich die Eltern in Fahrgemeinschaften teilen, werden auch Einsätze bei Festen, bei der täglichen Essenszubereitung oder bei anstehenden Arbeiten erwartet. Auch die Sanierung und Renovierung des älteren Gebäudes, das der Träger jetzt in Muttersholtz gekauft habe, sei Sache der Eltern.
Trotter hat eine fünfjährige Tochter und einen achtjährigen Sohn in der Einrichtung. Sie ist sich sicher, dass bei ihren Kindern nicht nur die Sprachfähigkeiten hängen bleiben, sondern auch grenzüberschreitende Freundschaften. Und weil der Lehrplan in der Grundschule mit Fächern wie Lesen, Rechnen, Sachkunde oder Sport sich nicht wesentlich von dem auf deutscher Seite unterscheidet, glaubt sie, dass ein Wechsel nach der Grundschule zum Beispiel auf ein deutsches Gymnasium kein Problem darstellt.
Zeiten und Kosten
Die Ecole ABCM Zweisprachigkeit in Bindernheim hat Regelöffnungszeiten von 8.15 bis 12.05 und von 13.40 bis 16.10 Uhr. Ab 7.30, über die Mittagszeit und abends bis 18 Uhr, kann das Angebot der verlängerten Öffnungszeiten in Anspruch genommen werden. Da es eine private Einrichtung ist, die von einem Verein unterstützt wird, teilen sich die Kosten in verschiedene Beiträge auf: Für den Träger sind jährlich 300 Euro für das erste Kind (170 Euro für das zweite) zu entrichten. Dazu jährlich 136 Euro (102 Euro) für den Verein und 35 Euro je Schuljahr/Kind für Materialien. Wer die Betreuung in Anspruch nimmt, muss zum Beispiel für die Mittagszeit drei Euro je Kind und Tag rechnen. Weitere Informationen gibt es bei Katja Kern, Tel. 07822/440979, oder im Internet unter http://www.abcmzwei.eu
Autor: has
Autor: Hagen Späth
