Dank und Ehrung zum Abschied von Ute Kary

Werner Schnabl

Von Werner Schnabl

Fr, 03. Februar 2017

Kenzingen

Nach 15 Jahren gibt sie den Vorsitz beim Heimat- und Verkehrsverein ab / Vorerst kommissarische Leitung.

KENZINGEN. 15 Jahre lang hat Ute Kary das kulturelle Leben in der Stadt an der Spitze des Heimat- und Verkehrsvereins mitgeprägt. Bei der Hauptversammlung gab sie nun den Vorsitz ab. Für ihre Verdienste wurde sie zum Ehrenmitglied ernannt. Bisher hat sich niemand bereit erklärt, ihre Nachfolge anzutreten. Die kommissarische Leitung übernehmen die bisherigen Stellvertreter Manuela Fromm und Norbert Weber.

Der bebilderte Rückblick von Hans Mall verriet die Vielfalt des Angebotes. Zur Pflanzenbörse strömten noch nie so viele wie im Jahr 2016, und ein vollbesetzter Bus zeigte, wie groß das Interesse am Besuch des Unterlinden-Museums in Colmar war. Vorstandsmitglied Norbert Weber klärte über die Wasserversorgung und Abwasserentsorgung der Stadt auf. Ekkehard Rögener verfasste eine 48-seitige Broschüre zum 40-jährigen Bestehen, und der alte Brunnen vor dem Seniorenheim der Arbeiterwohlfahrt hat sich mit einem Kostenaufwand von 6700 Euro wieder zu einem wahren Blickfang gemausert. Der Einladung zum Neubürgerempfang folgten 25 Gäste. Leider seien die Orchideen-Exkursion und die Wanderung zu Kleindenkmälern der Witterung zum Opfer gefallen.

Ute Kary zeigte sich zufrieden mit der Arbeit des Vereins. "Alle zusammen dürfen stolz auf das Geleistete sein", sagte sie. Inge Pommeranz errechnete einen Verlust von 4800 Euro in der Vereinskasse. Die Brunnen-Restaurierung hat das Minus verursacht, es konnte aber aus den Rücklagen ausgeglichen werden, was die beiden Kassenprüfer auch bestätigten.

Respekt für die vorbildliche Organisation und Durchführung zollte Bürgermeister Matthias Guderjan. Der Jahresbericht der Vorsitzenden habe voll überzeugt. Der AWO-Brunnen erstrahlte wieder in neuem Glanz. Mit 40 Stimmberechtigten weise der HuV eine glänzende Quote auf, das von großem Interesse an der Vereinsarbeit zeuge.

Zehn Jahre gehört Helmut Fortwängler dazu. Genauso lange begleitete Inge Pommeranz das Rechneramt und wurde mit einem Präsent aus ihrer Verantwortung entbunden. Eine erneute Kandidatur schloss Ute Kary frühzeitig aus. Sie war der Motor des Vereins. Das Ansehen und die Mitgliederzahl sind unter ihrer Ägide gestiegen. Um ihre Verdienste zu würdigen, hat der Vorstand die Ernennung zum Ehrenmitglied beschlossen. Ein bewegender Appell Ute Karys an die Mitglieder fruchtete indes nicht: Niemand erklärte sich bereit, die Nachfolge zu übernehmen. Vor 15 Jahren herrschte schon einmal eine ähnliche Situation. Damals war es Ute Kary, die den HuV vor der Auflösung bewahrte. "Sie waren ein Glücksfall und im richtigen Moment erschienen", sagte Bürgermeister Matthias Guderjan. Wie es nun an der Vereinsspitze weitergeht, ist offen.

Manuela Fromm und Norbert Weber bilden kommissarisch für ein Jahr das Führungsduo. Findet sich bis dahin niemand, bliebe von Amtswegen nur der Gang zum Amtsgericht, wo die Auflösung beantragt werden müsste. Als neuer Rechner wurde Albert Rauchholz gewählt, Schriftführer bleibt Hans Mall und auch die Beisitzer sind mit Bärbel Linemann und Fritz Ehret die alten.
Lothar Zipse regte eine Namensänderung in Heimat- und Kulturverein an und schlug vor, Mitgliederwerbung an den Schulen zu betreiben. Der städtische 1000 Euro-Zuschuss zur Brunnenrenovierung ist nach Zipses Meinung lediglich ein Almosen, da die gesamte Stadt davon profitiere.

Der ehemalige Vorsitzende Willi Enters will durch die Verlegung zweier Hinweistafeln den Kenzinger Rundweg entlang des Dorfbaches attraktiver gestalten. Kosten entstünden lediglich durch den Neudruck des Flyers. Weiter wurde vorgeschlagen, beim Zufluss in die Elz eine bewegliche Sperre anzubringen, die den Naturhaushalt für Pflanzen und Tiere im dortigen Bereich fördere und zudem Ökopunkte einbringe. Mit allen vorgebrachten Argumenten und Anregungen will sich der Vorstand in einer der nächsten Sitzungen befassen.