Kein Platz für Sentimentalität

Christiane Franz

Von Christiane Franz

Do, 07. Juni 2018

Kenzingen

Die achte Auflage von "Rock am Schloss" in Hecklingen bot soliden Rocksound, Punkrock – und eine Bühnenshow mit einer Flex.

KENZINGEN-HECKLINGEN. Ein kurzer Regenschauer vor dem Einlass, dann hielt das Wetter und das Open-Air "Rock am Schloss" wurde vor der einmaligen Kulisse des Hecklinger Schlosses zur Nacht der Hard-Rock-Fans. Mit der Rockband Hard Reign, den Punk-Rockern Exit 28 und der Heavy-Metal-Band Rolling Bones sorgten drei Formationen mit unterschiedlichen Stilrichtungen für Stimmung.

Vor sieben Jahren fand das erste "Rock am Schloss" statt. Beim achten Mal trug der veranstaltende Kulturverein Wunderfitz dem Musikgeschmack seines Vorsitzenden Rechnung. "Heavy Metal war der große Wunsch von Bruno Schott", sagte Vorstandsmitglied David Striegel. Von Blues Rock, Rock Pop über Reggae bis hin zu Hip Hop und Grunge reichte das musikalische Spektrum in der Vergangenheit. "Jetzt haben wir alle Musikstile einmal durchgefahren, die es so gibt", sagte der Vorsitzende Schott mit einem Lachen. Und David Striegel ergänzte: "Wir wollen mit dem Open Air alle ansprechen. Unser Publikum ist bis auf Stammgäste jedes Jahr ein anderes."

Den Auftakt machte die Emmendinger Formation Hard Reign, die sich 2011 aus verschiedenen Bands formiert hat. Klassischer, solider Rocksound in Verbindung mit der guten Stimme von Sängerin Silke Wolf ließ die allmählich eintreffenden Besucher aufhorchen. Mit Rockmusik im Stil von ACDC oder Van Halen, aber auch stimmungsvollen Rockballaden zeigten Hard Reign die Bandbreite ihrer eigenen Songs auf.

Bunt, jung, frech und fetzig präsentierte sich Exit 28 aus Simonswald. Im Handumdrehen war die Bühne mit Plastikpalmen und Notausgangsschild dekoriert, Seifenblasen wurden maschinell verströmt. Mit frischer, an Punk orientierter Musik nahm der Auftritt bereits mit dem ersten Song ordentlich Fahrt auf. Die Brüder Lukas und Johannes Gut, Simon Schindler und Daniel Weis begeisterten mit ihrer ansteckenden Spielfreude. Ein gebrochenes Bein hinderte Gitarrist Lukas Gut nicht daran, immer wieder ausgelassen über die Bühne zu tanzen. In ihren Songtexten ging es um "Emotionen und Lebenslagen – und wie man damit fertig wird", so Schindler.

Richtig zur Sache ging es am Ende mit den Rolling Bones. Nicht mehr ganz die jüngsten sind die fünf Mitglieder der Band, die als Höhe- und Schlusspunkt dem Publikum mit der härtesten Art des Rocks ordentlich einheizten. Ohne Mühe und mit einer ausgefeilten Bühnenshow gelang es Thunderwolf, Alex Thunder und Black Pete, Bruno Mayer sowie Stefano Bombasto, jegliche zarte oder besinnliche Stimmung vom Platz zu fegen. "Eine geile Bühnenshow", resümierte David Striegel. Er zog insgesamt eine positive Bilanz.