Weitere Nähateliers eröffnet

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mi, 06. Februar 2019

Kenzingen

Kenzinger Hilfsorganisation Zarok unterstützt Projekte in Flüchtlingslagern im Nordirak mit mehr als 5000 Dollar.

KENZINGEN (BZ). Gut vier Monate ist es her, dass Sigrid Leder-Zuther und Susanne Dorer von der Kenzinger Hilfsorganisation Zarok in den Nordirak gereist sind, um Projekte zu besuchen, die ihr Verein unterstützt. Ein Beispiel: ein Nähatelier für jesidische Frauen. Nun vermeldet der Verein die Eröffnung von zwei weiteren solcher Ateliers.

Schon länger arbeitet Zarok mit dem Verein Khaima aus der Schweiz zusammen. Gemeinsam mit ihm und Vertretern der presbyterianischen Kirche aus den USA hat die Kenzinger Hilfsorganisation die beiden neuen Nähateliers eröffnet. Sie befinden sich in den Flüchtlingslagern Sharya und Khanke, 20 beziehungsweise 60 Kilometer westlich von Dohuk. Beide Orte gehörten nach dem Überfall der Milizen des sogenannten Islamischen Staates im August 2014 zu den Hauptfluchtorten der Menschen. "Jesidische Witwen leben nach mehr als vier Jahren noch immer in Zelten, können aufgrund der angespannten Lage nicht in ihre Siedlungsgebiete im Sindjargebirge zurückkehren und sorgen sich täglich darum, ihre Kinder ausreichend versorgen zu können", so die Zarok-Vertreterinnen. Mit Hilfe der Nähateliers wolle man den Frauen eine Möglichkeit bieten, sich eine Selbstständigkeit aufzubauen.

Jeweils 15 Frauen werden von Februar bis Juni in den Ateliers ausgebildet. Dort lernen sie zum Beispiel Näh- und Schnitttechniken sowie die Wartung und Pflege der Maschinen. Außerdem geht es um Regeln und Tipps für eine spätere Selbstständigkeit. Die Frauen erhalten Tischnähmaschinen, Generatoren zur Stromerzeugung und Arbeitsmaterial. Laut Zarok ging auch eine Sachspende der Gutacher Firma A&E Gütermann auf den Weg in die Nähateliers. Zarok beteiligt sich nach eigenen Angaben mit 5000 Dollar an der Finanzierung des Projekts, Khaima steuert 15 000 Dollar, die presbyterianische Kirche 4000 Dollar bei. Vorbereitet und umgesetzt wird das Projekt von der Shingal Organization for Social Development.

Mit weiteren 2000 Dollar will die Hilfsorganisation das Girls and Women Empowerment Center im Flüchtlingslager Domiz, südöstlich von Dohuk, unterstützen. Im Oktober hatten die Zarok-Vertreterinnen das Center besucht und den Betrieb mit 2000 Dollar unterstützt. Die Frauenorganisation The Lotusflower bietet dort Bildungskurse für syrische Frauen und Mädchen an. Es gibt zum Beispiel Englisch- und Computerkurse, Unterricht für Analphabetinnen und Nachhilfeangebote. Mit Berichten und Fotos werden die Zarok-Vertreterinnen über den Fortgang des Projekts auf dem Laufenden gehalten. So erfuhren sie zum Beispiel, wie der Gesundheits- und Erste-Hilfe-Kurs lief, bei dem die Frauen unter anderem Grundlagen zur Krankenpflege und zur Erstversorgung von Verletzten gelernt haben.