Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.
15. April 2010 12:36 Uhr
Storchennest
Kinderstube der Störche umgebettet
"Aktion Storchennest" hieß es Donnerstagfrüh in Kollnau: Hoch hinauf auf die St. Josefskirche gehievt werden musste die in der Schlosserei der Technischen Betriebe der Stadt Waldkirch angefertigte Unterkonstruktion aus Eisen und Blech mit 100 Zentimetern Durchmesser.
-
Guck an: ein neues Zuhause für die Storchenfamilie auf der St.-Josef-Kirche Kollnau. Foto: Bernd Fackler
-
Ein neues Zuhause für die Storchenfamilie auf der St.-Josef-Kirche Kollnau. Foto: Bernd Fackler
-
Wo die Feuerwehrleiter nicht reicht, muss die Arbeitsbühne ran. Foto: Bernd Fackler
-
Wo die Feuerwehrleiter nicht reicht, muss die Arbeitsbühne ran. Foto: Bernd Fackler
-
Wo die Feuerwehrleiter nicht reicht, muss die Arbeitsbühne ran. Foto: Bernd Fackler
-
Anflug aufs neue Nest. Foto: Bernd Fackler
WALDKIRCH. Warum eine solche Nisthilfe? Zum ersten Mal seit ewigen Zeiten hatte vor kurzem ein Storchenpaar wieder damit begonnen, ein Nest auf der Kollnauer Kirche zu bauen. Der Nistplatz auf dem Kirchenfirst, rund 35 Meter über dem Haupteingang, bot allerdings nach Ansicht von Storchenexperten viel zu wenig Halt und Stabilität (siehe auch BZ vom Montag). Tatsächlich war, sobald der Wind etwas kräftig wehte, nach dem Baubeginn schon einiges vom Nest wieder davon geflogen: "Wenn mol e rechte Sturm kummt, isch es weg", sagte ein kundiger Beobachter vor Beginn der gestrigen Hilfsaktion.
Dominik Burger, Klaus Schätzle und Andreas Blattmann von den TBW hatten die von Dieter Loos vom städtischen Forstamt noch fachkundig mit Zweigen bestückte Nisthilfe mitgebracht. Zusammen mit Franz Hug vom Gerüstbauunternehmen Becker aus Denzlingen ging es dann mit dem nagelneuen "Hilfs-Nest" auf der Becker-Arbeitsbühne hinauf in luftige Höhen zum Kirchenfirst. Für ein solches Manöver wäre selbst die große Drehleiter der Feuerwehr nicht lang genug gewesen.
Werbung
Von der Becker-Bühne aus war die Nisthilfe außerdem einfacher zu befestigen; der Rest vom vorhandenen Nest gleich daneben wurde ins neue umgebettet – samt Storcheneiern, es sind übrigens mittlerweile drei. Damit sie nicht zu sehr auskühlen, musste die Aktion rasch voran gehen, was auch problemlos glückte: In 20 Minuten war’s geschafft.
"Hoffentlich nehme die Störch’ ihre Luxus-Eigentumswohnung auch an", so ein Kommentar von unten. Diese Sorge dürfte unbegründet sein: Schon wenige Minuten später drehte Herr oder Frau Storch erst ein paar Runden um die Kirche, setzte dann zur Landung an und kümmerte sich wieder um den künftigen Nachwuchs im "neuen Kinderzimmer". Dass nach langer Zeit wieder Störche auf St. Josef nisten, ist nebenbei ein schönes "Geburtstagsgeschenk" für die Kollnauer Kirche, die vor 100 Jahren fertig wurde.
Autor: Bernd Fackler


