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24. Februar 2011

Bücherwurm Willi wartet auf Besuch

Kinder des evangelischen Kindergartens schauten sich in der Kippenheimer Bücherei um / 1800 Titel im Angebot.

  1. Bücherwurm Willi und Carmen Karcher machen die Kinder neugierig auf Bücher. Foto: theo weber

KIPPENHEIM. Bücherwurm Willi fasziniert die Kinder. Sie sind gekommen, um die Bücherei kennenzulernen. Ihr Besuch ist Teil eines Konzepts, mit dem das Mitarbeiterteam auf die Einrichtung, die es seit dem vergangenen Juli gibt, aufmerksam machen möchte.

Die Pädagogin Carmen Karcher weiß zusammen mit dem Bücherwurm, dem Logo der Kippenheimer Bücherei, die Kinder zu fesseln. Sie erzählen von ihren Lieblingsbüchern. Als sich der Bücherwurm müde in ein dickes Buch zurückzieht, um zu schlafen, liest Carmen Karcher den Kindern eine Geschichte vor, bevor sie selber tätig werden und einen Clown zeichnen. Wie im Flug vergeht die Stunde, Bücherwurm Willi hat inzwischen ausgeschlafen und verabschiedet die Kinder, die ihm versprechen, ihn wieder zu besuchen.

Der Besuch der Gruppe künftiger Erstklässler aus dem evangelischen Kindergarten ist Teil des Konzepts des Büchereiteams, die Einrichtung in der Oberen Hauptstraße 27 ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken und Interesse am Buch und am Lesen zu wecken.

Während Carmen Karcher sich mit den Kindern beschäftigt, erzählt Cordula Siefert, dass das Hinführen von Kindern zum Buch ein besonderer Schwerpunkt ist. Die monatliche Vorlesestunde für Kinder und das Bilderbuchkino im Rahmen des Ferienprogramms zählen beispielsweise dazu. Das Vorstellen von Neuerscheinungen, Treffen, bei denen Menschen ihre Lieblingsbücher vorstellen und daraus vorlesen, spezielle Informationen für die Bewohner der angrenzenden Seniorenwohnanlage sind ebenso Teile dieses Konzepts.

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Von der Idee bis zur Realisierung war es ein langer Weg. Ganz konkret wurde es schließlich beim Weihnachtstreff 2009, als das Team dazu aufrief, Bücher zu spenden. "Die Resonanz war groß", erzählt Cordula Siefert. Unter den gespendeten Büchern waren allerdings auch viele alte, die heute kaum noch Leser finden, wie beispielsweise die Romane von Simmel oder Konsalik. Allerdings, weggeworfen werden die Bücher nicht. Das Büchereiteam bietet sie auf seinen Flohmärkten an, um mit dem Erlös neue Bücher beschaffen zu können. 2500 Euro hat die Gemeinde als Starthilfe gegeben, in diesem Jahr stellt sie 1500 Euro zu Verfügung.

Die Spiegel-Bestsellerliste ist wichtige Grundlage für Neuanschaffungen. Auch Nutzer geben Tipps oder fragen, wann Neuerscheinungen angeschafft werden. Bei Kinderbüchern berät eine Buchhändlerin das Team. Herausgestellt hat sich, dass sogenannte schwere Kost kaum das Interesse der inzwischen mehr als 100 Inhaber eines Leserausweises findet. In der Mehrzahl, erzählt Cordula Siefert, die mit Carmen Karcher und Daniela Goth für die Organisation und die Ausleihe zuständig ist, sind die Nutzer Frauen. Sie bevorzugen vor allem Romane und Biografien als Lektüre.

Um die 1800 Bücher bilden den Bestand der Bücherei. Sie einzubinden und zu katalogisieren, war eine Heidenarbeit. Als hilfreich erweist sich, dass der Bestand mit Hilfe eines PCs verwaltet wird. Er ist ebenso eine Spende wie ein Teil der Bücherregale. Das Geld steht also für Anschaffungen von Büchern, die auch auf neue Leser warten, zu Verfügung.

Bücherei Kippenheim, Obere Hauptstraße 27, Ausleihe mittwochs von 15 bis 17 Uhr und freitags von 17 bis 19 Uhr

Autor: Theo Weber