Üppige Menge, hohe Qualität

Karl Kovacs

Von Karl Kovacs

Fr, 07. September 2018

Ettenheim

Die Weinlese bei den Winzergenossenschaften Kippenheim-Mahlberg-Sulz und Münchweier-Wallburg-Schmieheim hat begonnen.

SÜDLICHE ORTENAU. Die Winzergenossenschaften im Südbezirk sind guter Dinge: Nach dem heißen Sommer rechnen sie mit einer guten Ernte – sowohl mengenmäßig als auch qualitativ.

Die Lese
Die Trauben für Sekte sind bereits in den Fässern der Winzergenossenschaft Kippenheim-Mahlberg-Sulz. Weitere Sorten, darunter Regent, wurden diese Woche geerntet. "Kommende Woche werden wir unser Großgebinde mit 20 000 Liter Müller-Thurgau füllen", sagt Rolf Mauch, Vorsitzender der Genossenschaft. Dann beginnt auch die Lese der weiteren Sorten wie Grauburgunder oder Spätburgunder.

Die Lese hat um einiges früher als 2017 begonnen. "Am 1. September ist es losgegangen. Normalerweise beginnt die Ernte erst mit dem Kippenheimer Weinfest. Und das ist am kommenden Wochenende", sagt Mauch. Die Genossenschaft beliefert den badischen Winzerkeller in Breisach. "Einen Teil nehmen wir zurück und verkaufen den Wein im Weinhof in Kippenheim."

Bei der Winzergenossenschaft Münchweier-Wallburg-Schmieheim wurde im August die Sorte Solaris für Neuen Süßen geerntet. Auch erste Müller-Thurgau- und Regent-Trauben. "Der Run ist bislang aber nicht so groß", sagt Vorsitzender Klaus Rösch. Kommende Woche werde es aber richtig mit Müller-Thurgau losgehen, ist er überzeugt. Optimal seien warme Temperaturen tagsüber und kühle in der Nacht. "Dann bauen die Trauben die Säure nicht so schnell ab", erklärt Rösch. Etwa 20 Prozent des Weins nimmt die WG zur Selbstvermarktung vom Winzerkeller zurück.

Die Qualität
Die meisten weißen Trauben haben laut Mauch um die 80 Grad Öchsle und mehr. Bei Grauburgunder liege der Wert bei 90 Grad. Ähnliches berichtet Rösch: "Beim Grauburgunder sind es 90 bis 100 Grad." Es verspreche also, ein guter Jahrgang zu werden.

Die Mengen
Auf die Frage nach der Erntemenge antwortet Rolf Mauch mit einem Wort: "Üppig!" Das heißt: Anders als im vergangenen Jahr, als die Winzergenossenschaft mit 30 bis 35 Kilogramm pro Ar "die schlechteste Ernte aller Zeiten" eingefahren habe, sehe es jetzt viel besser aus. Rolf Mauch spricht im Schnitt von 150 Kilo pro Ar. Die Weinberge der WG Kippenheim-Mahlberg-Sulz werden von 160 Winzern bewirtschaftet und umfassen eine Rebfläche von etwa 50 Hektar. Mauch geht von gut 600 Tonnen Trauben aus.

Klaus Rösch geht von einer "normalen" Ernte mit etwa 120 bis 140 Kilo pro Ar aus. 2017 waren es 20 bis 60 Kilo. "Vergangenes Jahr hatten wir durchschnittlich 50 Prozent Verlust durch Frostschäden. Teilweise lagen die Ausfälle bei einigen Winzern bei 90 Prozent." Die WG Münchweier-Wallburg-Schmieheim besteht aus etwa 80 Winzern, die mehr als 80 Hektar bewirtschaften. Die Gesamtmenge könnte somit bei mehr als 1000 Tonnen liegen.

Der Sommer
Die Hitze hat nach Rolf Mauchs Worten keine größeren Auswirkungen auf die Trauben gehabt. Grund: "Die tiefgründigen Böden haben die Trockenheit gut weggesteckt."

Das kann Klaus Rösch bestätigen: "Die Reben haben das Wasser tief aus den Lössböden herausgeholt. Den Winzern hat der Sommer im Vergleich zu einigen Tierhaltern oder Maisbauern wenig angetan." Nur vereinzelt habe er von Problemen gehört: In Steillagen hätten junge Reben in Steillagen mit der Trockenheit zu kämpfen gehabt, weil ihre Wurzeln nicht so tief tief in den Boden reichten.

Probleme mit der Kirschessigfliege hatte die Genossenschaft Münchweier-Wallburg-Schmieheim keine. Rösch: "Die Trauben sind kerngesund. Die Kirschessigfliege mag es feucht."

Der Preis
"Darüber wird der Markt entscheiden." Viel mehr möchte Rolf Mauch jetzt noch nicht sagen. "Das werden wir im Frühjahr sehen." Auch Klaus Rösch bleibt vage. Man müsse abwarten. Die Preise hingen von verschiedenen Faktoren ab – unter anderem der Ernte in anderen Ländern. "Wenn überall eine normale Lese stattgefunden hat, hoffen wir, dass wir die Preise halten können."