Bunte Inseln für biologische Vielfalt

Gerhard Lück

Von Gerhard Lück

Mo, 03. September 2018

Kirchzarten

Die Energie- und Wasserversorgung Kirchzarten GmbH setzt sich mit ihrem Impuls für mehr echte Natur im Siedlungsgrün ein .

KIRCHZARTEN. Als lokaler Energieversorger ist die Energie- und Wasserversorgung Kirchzarten (EWK) nicht nur bemüht, ihren Kunden beispielsweise atomstromfreie Energie oder Ökostromprodukte für die Steckdose zu liefern. Das Unternehmen will mit ihrer Initiative "EWK Impuls" auch den Klima- und Umweltschutz unterstützen und zum bewussten Umgang mit Ressourcen beitragen. Die soziale Relevanz ihrer Projekte ist dabei besonders wichtig, wie das erste "EWK-Impuls-Kind", der seit März 2017 erfolgreich verkehrende Bürgerbus, beweist.

Das aktuelle Impuls-Projekt der EWK verfolgt das Ziel, "mehr Natur im Siedlungsgrün" aufblühen zu lassen. "Wir wollen bunte Inseln für biologische Vielfalt schaffen", so die EWK-Mitarbeiterin Patricia Brandhorst an einer der zwei in den vergangenen Wochen entstandenen blühenden Flächen. Bürgermeister Andreas Hall war kürzlich mit Vertretern der Verwaltung, des Bauhofes und Gemeinderates gekommen, um sich von der EWK und den ausführenden Gartenbaubetrieben Frieder Olbrich und Willi Glöckler sowie der Nabu-Dreisamtal-Vorsitzenden Simone Rudloff die angelegten Beete an der Bahnschranke Hansjakob-/Stegener Straße sowie am Ortseingang an der Zartener Straße erklären zu lassen. Die Bürger werden vor Ort durch Info-Tafeln aufgeklärt.

"Durch die Bepflanzung kommunaler Flächen mit standortgerechten Blühpflanzen wird die biologische Vielfalt des Artenreichtums gefördert", sagte Brandhorst, "sie sind nicht nur schön fürs Auge, sondern bieten reichlich Nahrung und Lebensraum für eine große Vielfalt von Tieren wie Schmetterlinge, Bienen, Heuschrecken, aber auch Vögeln und Eidechsen." Die Gäste konnten sich beim Ortstermin vom Summen und Brummen zwischen den Pflanzen selbst überzeugen.

"Nach diesen beiden ersten Pflanzungen sollen an weiteren Stellen in Kirchzarten bunte natürliche Inseln entstehen", versprach Patricia Brandhorst, "für Anregungen aus der Bevölkerung sind wir jederzeit dankbar." Im Jahre 2018 stelle der EWK-Impuls 10 000 Euro für "Mehr echte Natur im Siedlungsgrün" zur Verfügung.

Pflanzen beständig gegen Hitze und Trockenheit

Verschiedene blühende Staudenkulturen mit Astern, Skabiosen, Salbei, Lein, Sonnenhut oder Campanula wurden von den engagierten Kirchzartener Gartenbaubetrieben im Mai angepflanzt und werden seither für die nächsten drei Jahre von ihnen betreut. "Wir sind für das Engagement der Betriebe, das weit über die finanzielle Dienstleistung hinausgeht, sehr dankbar", freut sich Brandhorst. Für Simone Rudloff vom Nabu Dreisamtal ist wichtig, die Aktion im Zusammenhang mit einer UN-Initiative zu sehen, die die Dekade der Jahre 2011 bis 2020 der biologischen Vielfalt gewidmet habe, um so die Klimarahmenkonventionen von Rio 1992 umzusetzen.

Interessant war es, von den anwesenden Gartenexperten Frieder Olbrich und Jonas Rombach zu hören, dass die derzeitige Hitze- und Trockenperiode den Pflanzen wenig anhabe. Sie seien als robust ausgewählt und in einen mit mehreren Schichten aufgebauten Boden gepflanzt worden. So sei, erklärt Olbrich, der Schotter bewusst als Verdunstungsschutz und zur Überwinterung von Insekten eingebracht worden. Statt oft zu gießen, sei es manchmal sinnvoller die Pflanzen zu beschneiden.

Bürgermeister Andreas Hall war sehr zufrieden mit der EWK-Initiative: "Ich hoffe, dass die Anpflanzungen auch ein positives Beispiel für private Grundstücksbesitzer sind, damit viele solcher blühenden Inseln im Dorf entstehen." Für die Gemeinde Kirchzarten sei es selbstverständlich, nach den drei EWK-Impuls-Jahren die Pflege der "bunten Inseln für biologische Vielfalt" zu übernehmen.