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27. August 2014

Fühlt sich fast an wie am Meer

BZ-SERIE: Neun Tonnen Salz befinden sich im Sporbeck-Keller.

  1. Foto: Kathrin Blum

  2. Foto: Kathrin Blum

  3. Salzgestein, das Gradierwerk und beleuchtete Salzziegel: So farbenprächtig ist die Salzgrotte. Foto: Kathrin Blum

KIRCHZARTEN. Hinter der schweren Metalltür verbirgt sich eine andere Welt. Wer vom gleißenden Sonnenschein und dem pulsierenden Leben draußen in den Keller des Wellnesshauses tritt, muss sich erst einmal an die neue Umgebung gewöhnen. Das Licht ist gedämpft, die Geräusche der Außenwelt abgeschottet, die Luft feucht und salzig. Schnell wird deutlich: Wer die Salzgrotte in Kirchzarten besucht, soll den Alltag ausblenden, den Stress hinter sich lassen – und abschalten.

Patienten, die unter Asthma oder Bronchitis leiden, wird häufig ein Aufenthalt am Meer oder in einem Salzstollen empfohlen. Weil es weder das eine, noch das andere im Dreisamtal gibt und Birgit Sporbeck-Frei, Gründerin der gleichnamigen Sportstudios in Kirchzarten, von der positiven Wirkung der salzhaltigen Luft überzeugt war und ist, hat sie vor rund zwei Jahren angeregt, im Dreisamtal eine Salzgrotte einzurichten. Nicht nur bei Atemwegserkrankungen und Allergien soll die salzige Luft guttun, sondern auch bei Hautkrankheiten, Kopfschmerzen und Stress, erklärt Sporbeck-Geschäftsführer Stephan Olefs.

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Neun Tonnen Salz sind für die Grotte in Kirchzarten verbaut worden, ein Teil davon ist Himalayasalz aus Pakistan, ein Teil des Salzes kommt aber auch aus Deutschland, außerdem aus Österreich, Polen und Tschechien. In der Grotte selbst ist fast alles aus Salz: Die beleuchteten Ziegel im Eingangsbereich, die rötlich schimmernden im Raum verteilten Lampen, das Streusalzgranulat auf dem Boden, das Salzgestein hinter den Liegen, ja sogar auf die Decke sind Olefs zufolge Salzpartikel aufgetragen worden.

Eine Sitzung in der Salzgrotte dauert 45 Minuten. Teilnehmer kommen mit gewöhnlicher Alltagskleidung, lediglich die Schuhe müssen abgelegt beziehungsweise mit Plastiküberziehern verkleidet werden. Im Raum ist es konstant 23 Grad warm. In Liegestühlen können sich die Gäste zurücklehnen, sanfter Entspannungsmusik lauschen und die salzige Luft atmen und schmecken. Neben dem eigentlichen Salz im Raum sorgt ein Gradierwerk zusätzlich für angereicherte Luft. Dieses besteht aus Reisig, an dem eine Solelösung herabtropft und vernebelt wird.

Bevor sich der Keller des Wellnesshauses in eine Salzwelt verwandelt hat, war dort übrigens der Verwaltungsbereich des Fitnesszentrums untergebracht, erklärt Stephan Olefs. Um aus dem Bürotrakt eine Grotte zu machen, mussten nicht nur Unmengen von Salz angeliefert, sondern auch ein spezielles Lüftungssystem eingebaut werden.

Die Investitionen lohnen sich, davon ist Stephan Olefs überzeugt. Viele Kunden kämen regelmäßig, weil sie die positive Wirkung schätzten. Beispielsweise Heuschnupfenpatienten könnten in diesem Keller auch in der Hochsaison durchatmen. Zu den Kunden gehören auch Kinder und Jugendliche. "Einige Eltern bringen sogar Säuglinge mit und berichten von der positiven Wirkung, weil die Kleinen besser atmen und dadurch auch besser durchschlafen können nach einem Aufenthalt in der Salzgrotte."

Er selbst nutzt die Grotte übrigens auch zur Entspannung. "Manchmal verbringe ich die Mittagspause hier unten", verrät der Geschäftsführer schmunzelnd.

Info: Geöffnet hat die Salzgrotte montags, mittwochs und freitags von 10 bis 14 sowie von 16 bis 21 Uhr; mittwochs und donnerstags von 16 bis 21 Uhr; samstags von 14 bis 19 Uhr und sonntags von 12 bis 17 Uhr.

Autor: Kathrin Blum