SPD sorgt sich um die hausärztliche Versorgung

Markus Donner

Von Markus Donner

Sa, 25. November 2017

Kirchzarten

Petra Zentgraf beklagt Überlastung der Praxen in Kirchzarten / Neue Patienten werden nicht mehr aufgenommen / Antrag an Verwaltung.

KIRCHZARTEN. Die SPD erkennt alarmierende Anzeichen, was die hausärztliche Versorgung in Kirchzarten anbetrifft, die sie bereits jetzt als "mangelhaft" einstuft. Petra Zentgraf zeigte sich im Gemeinderat besorgt: "Die Überlastung der Allgemeinmediziner ist so groß, dass sie in der Regel keine neuen Patienten mehr annehmen." Die Fraktion sei sehr besorgt um diesen Bereich der Daseinsversorgung und fand für ihr Anliegen auch Gehör bei den Ratskollegen.

Die SPD formulierte einen Antrag an die Verwaltung, das brisante Thema aufzugreifen und in öffentlicher Sitzung im Januar auf die Tagesordnung zu setzen. Auch CDU, Freie Wähler und Grüne schlossen sich dem Antrag an.

Petra Zentgraf ist überzeugt, dass man in Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden bei der Ärzteversorgung Fortschritte erzielen könne, wenn durch Einbindung der politischen Mandatsträger Einfluss auf die für den Regierungsbezirk Freiburg zuständige Zulassungsstelle bei der Kassenärztlichen Vereinigung genommen werde.

Nach Erhebungen versorgt hierzulande ein Hausarzt im Schnitt 1347 Einwohner. Der Anteil der über 60-jährigen Mediziner liegt bei 35 Prozent. Im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald gibt es insgesamt 191 Hausärzte. Zum Vergleich: Alleine in Freiburg haben sich 219 Hausärzte niedergelassen. In der Gemeinde Kirchzarten sind bei der Kassenärztlichen Vereinigung sieben Hausärzte registriert. Hinzu kommen ein Augenarzt, zwei Frauenärzte, ein Internist, drei Kinder- und Jugendärzte, ein Orthopäde, acht Psychotherapeuten und vier weitere Fachärzte. Kirchzarten kommt somit auf insgesamt 27 zugelassene und angestellte Vertragsärzte und -psychotherapeuten. Was die Zahl der Hausärzte anbetrifft, sieht die Versorgung in den Nachbargemeinden wie folgt aus: Stegen 2, St. Peter 4, Oberried 2, Buchenbach 1. Die Spitzenreiter im Landkreis sind Bad Krozingen (17) sowie Müllheim und Breisach (je 15). Das Dilemma: Ein Großteil der Ärzte habe keinen Nachfolger für die eigene Praxis. In den kommenden Jahren können also ganze Gemeinden ohne Hausarzt sein. Und das, obwohl die medizinische Versorgung im Landkreis von den Ärzten schon jetzt als schlecht eingeschätzt wird.