Klassik aus dem Wasserglas

Klaus Fischer

Von Klaus Fischer

Sa, 10. Mai 2014

Ettenheim

8. Musiksommer hat wieder viele Überraschungen parat.

ETTENHEIM. Kurz vor Zwölf am Freitag waren sie dann endlich da, die druckfrischen Programmhefte für den 8. Musiksommer. Zum ersten Mal bringen die Musikfreunde Ettenheim für ihre Konzertreihe ein eigenes Programmheft heraus mit viel Informationen zu den Ensembles und Interpreten und mit attraktiven Möglichkeiten zur Präsentation der Sponsoren. Auftakt der

Reihe mit vier Klassikkonzerten ist am 26. Mai gleich mit einem Knaller: Aus New York kommt das Ensemble Rebel in das beschauliche Ettenheim. Ihr Thema: Barocco.

"Virtuos, verzierend, expressiv", mit diesen drei Adjektiven beschrieb Urte Lucht vom musikalischen Beirat der Musikfreunde die Barockmusik der Mitglieder des Ensembles aus der Millionenstadt New York. Die Kontakte zu den Musiken von Weltruf hatte Beiratskollege Helmut Salomon geknüpft, der das Ensemble schon einige Mal bei Konzerten in New York gehört hat und begeistert war. Das Ensemble befindet sich im Mai eine Woche auf Deutschland-Tournee und hat Ettenheim als fünftes Konzert in seinen Spielplan aufgenommen. Deshalb – und weil der Musiksommer nicht mit der Fußball-WM in Brasilien konkurrieren will – startet die Konzertreihe bereits am 26. Mai und macht dann einen Monat Pause, ehe im Juli noch ein Dreierpack an Konzerten folgen wird.

Nicht nur die Musik, auch die Instrumententechnik macht neugierig auf das Wiener Glasharmonika Duo. Das Instrument ist eine Entwicklung (um 1750) des amerikanischen Diplomaten und Naturwissenschaftlers Benjamin Franklin. Er nannte es "musical glasses". Auf einer horizontalen Achse sind halbkugelförmige Glasschalen montiert, die mit einem Fußantrieb in Rotation versetzt werden können. Der Durchmesser der Schalen gibt die Tonhöhe, mit einem nassen Finger kann man darauf wie auf einer Klaviertastatur spielen. Das Wiener Duo Christa und Gerald Schönfeldinger gelten als Meister an diesem Instrument, für das eigens Stücke komponiert wurden. Zum Konzert in der Altdorfer Kunsthalle (Lucht: "Das passende Ambiente für diese Musik") werden die Wiener auch einen Satz Musical-glasses aus dem Jahre 1840 mitbringen. Echte Kostbarkeiten.

Mit Gregor Horsch (Cellist in Amsterdam) kommt ein Künstler in die Stadt, der hier auch Wurzeln hat. Sein Vater lehrte einst an der Heimschule. Horsch kommt mit Ehefrau Pascale Went und stellt Tanzsätze aus der Barockzeit vor.

Schließlich das Finale als "Tagebuch einer musikalischen Reise". Das Ensemble "Music for a while", das der Musiksommer auch das Motto 2014 gab, kommt in Begleitung er Sopranistin Antonia Bourvé. Die musikalische Reise von Venedig über Hamburg bis Paris wird ergänzt mit Rezitaten aus Reiseberichten und Tagebüchern, die SWR-Hörfunkjournalist Hans Hachmann vortragen wird.