Beim Heizen zurück zu den Wurzeln

Heiner Fabry

Von Heiner Fabry

Di, 19. November 2013

Kleines Wiesental

Gut besuchte Info-Veranstaltung zum Thema private Holzheizungen des Vereins "Erneuerbare Energien Kleines Wiesental".

KLEINES WIESENTAL. Auf großes Bürgerinteresse stieß die Infoveranstaltung zum Thema "Holzheizungen im privaten Bereich", die der Verein "Erneuerbare Energien Kleines Wiesental" in Niedertegernau vergangene Woche veranstaltete. Mehr als 40 Bürger kamen, um sich über Holz als nachwachsenden Rohstoff, den derzeitigen Stand der Technik bei privaten Holzheizanlagen und die ökologischen und ökonomischen Vorteile von Holzheizungen informieren zu lassen.

Urs Kunz vom Energieverein, der zusammen mit Vereinskollegen die Veranstaltung organisiert hatte, gab eine kurze Einführung, in der er die Bedeutung der Holzheizung gerade für den waldreichen Südschwarzwald hervorhob. Kunz stellte auch Fachreferent Ewald Weigert von der Firma Guntamatic aus Rottweil vor.

Öl und Gas verdrängten Holzheizungen

Bis vor 100 Jahren sei gerade in Süddeutschland Heizen mit Holz eine Selbstverständlichkeit gewesen, führte Ewald Weigert aus. Dann wurden Holzheizungen vermehrt durch Öl- und Gasheizungen verdrängt. Sowohl aus ökologischen wie aus ökonomischen Gründen sei heute eine Rückkehr zu den traditionellen Holzheizungen sinnvoll. In einer zersiedelten Region wie dem Kleinen Wiesental, wo es nicht überall die Möglichkeit gibt, auf Holz und Biomasse basierende Nahwärmenetze einzurichten, ist die private Holzheizung eine hervorragende Alternative. Ewald Weigert gab einen Überblick über die derzeit am Markt verfügbaren Heizungen, die auf Scheitholz, Pellets oder Hackschnitzeln beruhen. "Es ist schwierig, die Wärmeabnahme eines Einfamilienhauses zu steuern", erläuterte der Referent. Aus diesem Grund sei es wichtig, den Holzheizkessel mit einem Wasserpufferspeicher zu kombinieren. Der Pufferspeicher nehme überschüssige Energie auf, indem Wasser erwärmt werde.

Durch die Isolation und den Aufbau des Pufferspeichers kann die Wärme über Stunden erhalten bleiben und bei Bedarf für die Heizung oder die Erwärmung von Brauchwasser verwendet werden. Eine Holzheizung kann mit einer Ölheizung kombiniert werden. Dabei wird der Ölkessel nur verwendet, wenn die Temperatur im Speicher abfällt. Damit ist eine Automatisierung der Heizung auch bei Abwesenheit der Bewohner möglich. Ewald Weigert ging zusätzlich auf die Leistungsfähigkeit von Pellet- und Hackschnitzelheizungen ein und verwies besonders auf den Bedarf an Lagerraum für die Heizrohstoffe, der bei Hackschnitzeln bedeutend größer sei als bei Pellets. Ein weiterer Aspekt des Vortrags betraf die finanziellen Einsparmöglichkeiten bei der Verwendung von Holz als Brennstoff. Diese könnten je nach Brennmaterial zwischen 30 und 50 Prozent liegen.

Ewald Weigert betonte ausdrücklich, dass man sich für die individuell optimale Lösung von einem lokalen Fachunternehmen beraten lassen sollte.

An der anschließenden Diskussion nahmen die Bürger mit großem Interesse teil, wobei besonders Nachfragen zu einer möglichen Realisierung im Vordergrund standen.

Fragen zu Energiebilanz und zu den Fördersätzen

Eine Frage bezog sich auf die Energiebilanz von Holzheizungen. Dies sei abhängig von der Sichtweise, erläuterte Ewald Weigert. Ein Liter Öl benötige zehn bis zwölf Prozent an Energie, bis das Öl überhaupt erst im Keller ist. Bei Pellets hingegen seien es im Vergleich nur zwei Prozent; Scheitholz sei noch günstiger in der Bilanz. Dabei sind die enormen Vorlaufkosten bei Öl und Gas (Förderung, Betreiben von Plattformen und Pipelines) noch gar nicht berücksichtigt. Auch hinsichtlich der CO2-Emissionen ist nach Ewald Weigert Holz konkurrenzlos. Eine weitere Frage bezog sich auf die Fördersätze für die Installation von Holzheizungen. Derzeit liegen die Fördersätze für Scheitholzanlagen bei 1000 Euro, führte der Referent aus, bei Hackschnitzheizungen bis 50 KW bei 1400 Euro und bei Pelletheizungen bei 2900 Euro. Zum Abschluss bedankte sich Urs Kunz im Namen des Energie-Vereins und der Bürger mit einem Präsent beim Referenten.