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21. Juli 2014

"Die Mutter des Großen Wiesentals"

Der Geschichtsverein Das Markgräflerland widmet dem Kleinen Wiesental zum zweiten Mal ein Buch / Premiere in Niedertegernau.

  1. Autoren und Initiatoren (von links): Hubert Bernnat, Renate Reimann, Hanspeter Vollmer, Christine Kaltenbach, Werner Störk, Erika Richter, Kurt Vollmer, Erhard Richter, Peter Müller, Michael Fautz, Gerd Schönbett, Klaus Schubring und Hans Viardot. Foto: Ines Bode Foto: Ines Bode

KLEINES WIESENTAL (inbo). Im jüngsten Band des Geschichtsvereins "Das Markgräflerland" geht es einzigartige historische Funde wie das "Krone-Fläschchen" aus Tegernau, die Sternschanze Neuenweg und um menschliche Originale im Kleinen Wiesental. Vorgestellt wurde das Buch von Erhard Richter und Renate Reimann am Freitag in Niedertegernau.

Bereits 1998 wurde die "gute Stube" des Landkreises von dem Verein beleuchtet. Allen Unkenrufen zum Trotz erzeugte das Buch damals so ein hohes Interesse, dass es zu einer Zweitauflage kam. Die ist längst ebenfalls vergriffen. Diese Resonanz war ihrerseits einmalig, sagte Hans Viardot bei der Buchvorstellung in der "Rothenburg". Er gab sich überzeugt, dass das neue Exemplar ebensolchen Anklang finden werde.

Eingefunden hatten sich zur Präsentation Mitglieder aus dem gesamten Kreisgebiet. Teils gehören sie zu den Autoren und haben Wurzeln im Tal. Aber auch nicht Ortsansässige hielten Erzählenswertes fest. Sie schildern in elf Aufsätzen geschichtsträchtige Ereignisse, die in den Dörfern bewegten oder Aktivitäten herbeiführten. Deutlich wird die Verbundenheit des Menschenschlags mit der Heimat. Bürgermeister Gerd Schönbett, der ein Jahr Geschichte studiert hatte, hob im Grußwort ein Merkmal hervor: Das Kleine Wiesental sei im Landesvergleich äußerst dünn besiedelt und eine der ausgedehntesten Gemeinden.

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Historiker Klaus Schubring blickte mittels Zeitmaßes von 900 Jahren weit zurück, "das Kleine Wiesental gilt erstaunlicherweise als Mutter des Großen Wiesentals", sagte er. Michael Fautz nahm sich der Tegernauer "Krone" an, wo etwa im August 1857 zum "Kegelschieben" geladen wurde. Der ehemalige Landarzt Hans Viardot äußerte sich zum Erbe der Wirtin ("Luis, aufmachen, Polizei!" – "Jo, das cha Jede sage"), dem Kroneverein und des Neubeginns als Wirtshausmuseum. Historiker Werner Störk befasste sich mit dem Krone-Fläschchen, einem uralten Parfüm- oder Medizinfläschchen, dessen Seltenheitswert weit über den hiesigen Raum hinaus gehe. Eine absolute Sonderstellung bescheinigt er der Sternschanze. Seine Abhandlungen würzt der Experte mit fesselnden Fakten. Für muntere Abwechslung sorgt der Lesestoff von Peter Müller, der sich der Tegernauer "Fasnecht" annahm. "Kraftvoll wiederbelebt" wurde der Brauch, der beim Verfasser zu Verblüffung führte. Nachlesen lässt sich der Lebenslauf von Persönlichkeiten, die man nicht vergisst. Etwa der von "Vollmer Karli", Wälderkind, Kulturarbeiter und Musikkoryphäe. Neben vielem schrieb er Marschmusikbücher. Sohn Hanspeter Vollmer hat ebenfalls alles aufgeschrieben. An dieser wie an weiterer Stelle finden sich Bilder heimischer Maler. Als Bauer und Dichter galt Jakob Friedrich Vollmer ("Vollmer Friedel"), dessen Lebenslauf von Kurt Vollmer notiert wurde. Sein Rückblick führt mitten hinein in Beschwerlich- und Annehmlichkeiten des Landlebens. Zur Auffrischung des Gedächtnisses dienen auch die Kapitel "35 Jahre DRK" und "20 Jahre Hospiz". Teils in anrührender Form erörtert Hans Viardot "Schatten"-Themen. Eher schwere Jahre griff Christine Kaltenbach auf, sie führt in die Nachkriegsära Sallnecks. Angekommen ist man etwa in der Mitte der 224 Seiten, und den weiteren Teil füllen die Autoren Hubert Bernnat (Stetten – oberösterreichischer Sperrriegel), Erhard Richter (Ortsname Grenzach/Römerstraße), Fred Wehrle (Häuserchronik Malsburg-Marzell):

Info: Erhältlich ist der Band für 19 Euro im Buchhandel (ISBN: 978-3-932738-52-4): Weitere Infos: http://www.geschichtsverein-markgraeflerland.de



Autor: inbo