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22. September 2014 16:14 Uhr

Brauchtum im Kleinen Wiesental

Ganz so wie früher

Das Brauchtumsfest in Raich (Landkreis Lörrach) war am Sonntagnachmittag eine gelungene Veranstaltung, bei der an rund 30 Stationen altes Handwerk und bäuerliches Leben live gezeigt wurden.

  1. Auch beim Dreschen lief es rund – wenn nur jeder ordentlich mithilft. Foto: Edgar Steinfelder

  2. Ein Bild für Romantiker: Pferde ziehen den Pflug. Foto: Edgar Steinfelder

  3. Beim Bügeln ohne Strom Foto: Edgar Steinfelder

  4. Beim Hobeln Foto: Edgar Steinfelder

  5. Der Webstuhl diente einst einem Weber in Hohenegg als Arbeitsgerät und steht nun in der Lindenhalle in Raich. Foto: Edgar Steinfelder

  6. Männer bohren mit purer Muskelkraft Löcher in Holzstämme. Foto: Edgar Steinfelder

  7. Jürg Dörflinger führte kenntnisreich durchs Programm. Foto: Edgar Steinfelder

  8. Beim Schnapsbrennen kommt es auf jedes Celsiusgrad an. Foto: Edgar Steinfelder

  9. Die Äpfel werden fürs Mosten vorbereitet Foto: Edgar Steinfelder

  10. In der Schmiede Foto: steinfelder

Das Brauchtumsfest in Raich war am Sonntagnachmittag eine gelungene Veranstaltung, bei der mehr als 1000 Besucher während der Vorführungen auf dem Gelände um die Lindenhalle hautnahen Geschichtsunterricht miterlebt. Thema: bäuerliches Handwerk und Brauchtum im Kleinen Wiesental. Da hatten sich die Mitglieder des neu gegründeten Vereins "Brauchtum im Kleinen Wiesental-Raich e. V." als Organisatoren zusammen mit der engagierten Dorfgemeinschaft mächtig ins Zeug gelegt, um den Gästen ansprechende Vorführungen bieten zu können.

Zum Festbeginn heizte der Musikverein Gresgen den Gästen in der Lindenhalle mit fetzigen Blasmusikrhythmen kräftig ein. Mit dieser musikalischen Begleitung schmeckte denn auch das herzhafte Mittagessen noch besser. Schließlich brauchte man eine Stärkung, um ab 14 Uhr zusammen mit dem bestens aufgelegten Moderator Jürg Dörflinger die rund 30 Vorführstationen abzulaufen. Aber auch wenn man wegen mancher Regenschauer den Schirm aufspannen musste, tat dies dem Unterhaltungs- und Informationswert keinen Abbruch. Groß war der Publikumsandrang etwa bei den Vorführungen mit den Rossgespannen, wie beim "z’Acker fahre" oder beim "Maije mit de Ross". Auch dass das bäuerliche Leben hart und entbehrungsreich war, wurde den Zuschauern gezeigt. Viel Muskelkraft war da etwa beim Pflegeldrösche auf der Tenne nötig, um mit dem Dreschflegel die Körner aus den Getreidebündeln zu schlagen. Und das Maije (Mähen) und Warbe (Gras wenden) von Hand war für die Vorführer so anstrengend, dass man sich zwischendurch ein kräftiges z’Nüni mit Speck, Buurebrot und gelegentlich ein Schnäpschen einverleibte. Überall im Außenbereich und auf der Hallenbühne wurde altes Handwerk gezeigt: "Sense dengele, Bäse binde, Lichdspö mache Holz bschla, Schpinne, Wäsche un buche oder Anke mache" – Arbeiten, die man nur noch aus Überlieferungen kennt, wurden hier live präsentiert. Wer eine Pause einlegen wollte, konnte sich mit Kuchen und Torten oder mit den feinen Rosechüechle verwöhnen lassen. Die Stimmung unter den zahlreichen Gästen hätte besser gar nicht sein können.

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Autor: Edgar Steinfelder