Mehr als nur kräftig Wind machen

Jan Breh

Von Jan Breh

Di, 21. Mai 2013

Kleines Wiesental

"Erneuerbare Energien Kleines Wiesental" informierte über seine Projekte, die vom Windpark bis hin zur Köhlgartenwiese reichen.

BÜRCHAU. Der Verein "Erneuerbare Energien Kleines Wiesental e.V." lud zu einer öffentlichen Veranstaltung, um sich und seine Ziele bekannt(er) zu machen. Ein zentrales Thema war der geplante Windpark Kleines Wiesental. Dr. Michael Sladek, Mitbegründer der Elektrizitätswerke Schönau (EWS) trat bei der Veranstaltung dem Verein bei.

Eröffnet wurde die Infoveranstaltung von Gerd Schönbett, Bürgermeister des Kleinen Wiesentals. Er selbst ist Gründungsmitglied des jungen Vereins. Laut dem ersten Vorsitzenden Heiner Fabry ist der Verein spontan aus einer kleinen Initiativgruppe heraus entstanden. Diese beschloss nach der ersten Bürgerversammlung zum Windkraftpark Kleines Wiesental, dass es Zeit sei, als Bürger selber bei dem Thema aktiv zu werden.

Schon damals sei man sich aber auch einig gewesen, dass man sich nicht auf das Thema Windpark beschränken möchte, erläuterte Heiner Fabry, denn es gebe noch sehr viele andere Möglichkeiten, Energie fernab der Atomkraft und der fossilen Brennstoffe zu gewinnen. Oberstes Ziel des Vereins ist die Sicherung einer lebenswerten Zukunft für weitere Generationen im Kleinen Wiesental. Fabry stellte klar, dass Photovoltaik-Anlagen auf den Dächern von Schwarzwaldhäusern vielleicht nicht schön anzusehen seien, jedoch mache so etwas ökologisch durchaus Sinn. Auch kenne er keine Studie, die besagt, dass beispielsweise Windkraftanlagen schädlich für den Tourismus seien. Fabry fuhr fort, dass man nicht zuerst darüber nachdenken solle, was es kostet, wenn man etwas tut, sondern was es mittelfristig kostet, wenn man nichts tut. Mit den Worten "es gibt viel zu tun, wir haben schon mal angefangen", beendete er seine Rede. Speziell das Kleine Wiesental scheint prädestiniert zu sein, den Weg der erneuerbaren Energien zu gehen, denn an den nötigen Ressourcen mangelt es offenbar nicht. Mit den Elektrizitätswerken Schönau hat der noch junge Verein zudem einen sehr wertvollen Partner.

Dr. Michael Sladek, Mitbegründer der EWS, trat mit einem "Geschenk" von 5000 Euro dem Verein bei. Ein bisschen stolz sei er schon, Partner dieses Vereins zu sein, erklärte Sladek. Man sei auch schon der kleinen Initiativgruppe beratend zur Seite gestanden. Von einer vorschnellen Gründung einer Bürgergenossenschaft habe er damals abgeraten.

Es sei einfach sinnvoller, zuerst einen Verein zu gründen, um dann erst in einem nächsten Schritt eine Genossenschaft auf die Beine zu stellen, weil das finanzielle Risiko beim Bau eines Windkraftparks Kleines Wiesental beträchtlich sei. Sobald jedoch die Windkraftanlagen stehen, so Sladek, sei es ideal, eine Bürgergenossenschaft zu gründen. Das Risikokapital beim Projekt Windpark Kleines Wiesental wird komplett von der EWS gestellt – sie ist also quasi der Geburtshelfer des Projekts. Die Vorkosten für den Windpark betragen laut Sladek zwischen 200 000 und 500 000 Euro. Sobald aber das finanzielle Risiko minimiert sei, wolle die EWS das Projekt den Menschen der Region überlassen. Sladek betonte, dass es sehr wichtig sei, dass der Geldstrom in der Region bleibe.

Auch die "warme Quelle" in Bürchau wurde thematisiert. Dr. Eva Schill vom Steinbeis-Transferzentrum zu Geoenergie und Reservoirtechnologie erläuterte Grundlegendes zur Geothermie, auch zu den Gefahren geothermischer Bohrungen. Stromerzeugung durch die warme Quelle schloss Schill tendenziell aus, Wärmeerzeugung sei wahrscheinlicher. Zum Beispiel das Bürchauer Gemeindehaus könne eventuell seine Wärme aus der Quelle beziehen. Genaueren Aufschluss über die Quelle soll eine Master-Arbeit des Studenten Julian Rolker bringen (vgl.Artikel auf dieser Seite).

Aufklärungsarbeit bei Kindern und Erwachsenen

Laut Karen Kiefer, möchte der Verein "Erneuerbare Energien Kleines Wiesental" in nächster Zeit auch viel Information fließen lassen, und da wolle man gerade auch Kindern bewussten Umgang mit ihrer Umwelt beibringen. 2014 will man deshalb am Kinderferienprogramm teilnehmen. Auch Angebote im Rahmen des Schulunterrichts sind geplant. Es besteht, vornehmlich für Erwachsene, auch die Möglichkeit, an Exkursionen teilzunehmen. Speziell zum Thema Windpark Kleines Wiesental sagte sie, dass viel Aufklärungsarbeit nötig sei. Auch wies sie darauf hin, dass dem Verein auch die Köhlgartenwiese sehr am Herzen liege, man wolle sich für eine Restrukturierung und Renaturierung einsetzen, ebenso für eine Weiterführung des Projekts "Nahwärme Tegernau".