"Wir beteiligen uns nach Kräften an der Hilfeleistung"

Gudrun Gehr

Von Gudrun Gehr

Mi, 12. September 2018

Kleines Wiesental

BZ-INTERVIEW: Der Wieser Feuerwehrsenior Werner Roser erzählt vom Leben und Schaffen in der Alterswehr.

KLEINES WIESENTAL-WIES. Seit mehr als 50 Jahren ist Werner Roser Mitglied der Feuerwehr Wies. Während dieser langen Zeit hat er viel Kameradschaft und viele Einsätze erlebt – darunter zwei Brandeinsätze, die ihn bis heute beschäftigen. Anlässlich der Jubiläumsfeier zum 30-jährigen Bestehen der Altersfeuerwehr Wies am Samstag hat BZ-Mitarbeiterin Gudrun Gehr mit ihm gesprochen.

BZ: Was war für Sie damals der Grund in die Feuerwehr einzutreten?

Roser: Damals bin ich wegen der guten Kameradschaft und auch wegen des Wunsches, Hilfe zu leisten, beigetreten. Als Lastwagenfahrer hatte ich auch die Berechtigung zum Fahren der Einsatzfahrzeuge. Allerdings habe ich den damaligen Zusammenhalt der Kameraden als intensiver empfunden als heute. Dies liegt möglicherweise auch daran, dass wir früher nicht so viele auswärtige Schulungen hatten und wir uns an den Erfahrungen der älteren Feuerwehrleute orientieren mussten. Dies hat uns stark zusammengeschweißt. Wir nannten diese älteren Bezugspersonen damals Bärenführer.

BZ: Wie gestaltet sich der Übergang von der aktiven Mannschaft zur Altersmannschaft?

Roser: Im Allgemeinen ist dies kein abrupter, sondern eher ein fließender Vorgang, da sich die betroffenen Kameraden schon vor Erreichen ihrer Altersgrenze bei der Altersmannschaft integrieren. Außerdem werden von der Altersmannschaft auch Hilfeleistungen bei Einsätzen erbracht, so dass der Kontakt zur aktiven Mannschaft weiterbesteht. Unser jüngstes Mitglied ist Mitte 50, der Kollege kann infolge seines Schichtdienstes nicht regelmäßig an den Proben der aktiven Wehr teilnehmen. Sogar unsere ältesten Kameraden, Franz Giesin mit 83 Jahren und Hans Giesin mit 80 Jahren, möchten es sich nicht nehmen lassen, sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten an den Hilfeleistungen zu beteiligen.

BZ: Welche Ereignisse aus Ihrer aktiven Zeit sind bleiben Ihnen in Erinnerung?

Roser: Stark beschäftigt haben uns vor etwa 20 Jahren wiederholte Brände in Kühlenbronn, wobei ich mich gut an den Brand im Forsthaus erinnern kann, der mittels Brandbeschleuniger erzeugt wurde und für uns Feuerwehrleute gefährlich war. Auch der Brand eines Wohnhauses in der Silvesternacht 2014 in Kühlenbronn ist mir sehr in Erinnerung.