Zoff im Netz über Hunde im Weiher

Nicolai Kapitz

Von Nicolai Kapitz

Fr, 17. August 2018

Kleines Wiesental

Im Internet wird um das Badeverbot für Hunde im Nonnenmattweiher gestritten / Hundebesitzer selbst zeigen Alternativen auf.

KLEINES WIESENTAL. Ein Bad im Nonnenmattweiher ist für Hunde tabu – so steht es auf den Verbotsschildern am Ufer, und so wollen es Naturschützer und Gemeinde Kleines Wiesental auch umgesetzt wissen. Die Badische Zeitung hatte am vergangenen Mittwoch darüber berichtet, dass sich manche Hundehalter immer wieder über das Vierbeiner-Badeverbot im Naturschutzgebiet hinwegsetzen und ihre Hunde doch ins Wasser lassen. Im Internet hat sich zu diesem Thema nun ein Schlagabtausch zwischen verschiedenen Nutzern entwickelt.

"Wo sollen sich die Hunde abkühlen bei den Temperaturen? Für sie gibt es keine Schwimmbäder", ärgert sich Leserin Katharina Winkler im Forum auf der Website der BZ. Und auch Susanne van Weiden ergreift Partei für die Hundebesitzer: "Die Hundephobiker sind einfach unerträglich. Wie wär’s, sie gehen ins Schwimmbad? Da ist es doch so schön antiseptisch. Und zum Thema Naturschutz: Wer macht den Planeten gerade platt, die Hunde etwa? Einfach nur scheinheiliges Blabla, widerwärtig", schreibt sie.

Nutzer Michael Koch kontert bissig: "Ihr Hass auf die Menschheit ist hier fehl am Platz. Vielleicht sollten Sie mal die Verhältnismäßigkeit im Blick halten. Wenn ein Schild darauf hinweist, dass nun mal das Baden für Hunde verboten ist, und ein Hund befindet sich trotzdem im Wasser, dann hat das nichts mit Arroganz oder fehlendem Respekt oder auch nur irgendwas mit dem Verhältnis vermeintlicher Hundehasser zu Hunden zu tun, dann ist einfach der Besitzer des Hundes ein Depp."

Hundebesitzer Dieter Heilmann dagegen beschwichtigt und hat Verständnis für das Badeverbot: "Es gibt einige Seen und genügend Bäche und Flüsse, wo man mit seinem Hund baden kann! Es muss nicht auf Teufel komm raus im Naturschutzgebiet sein! Ich habe selbst einen Hund und würde nie auf die Idee kommen mit ihm in einem geschützten Weiher zu baden."

Und auch Dieter Nagel sieht die Angelegenheit pragmatisch: "Es sind von den berechtigten staatlichen Stellen Regeln gesetzt – vergleichbar mit Tempo 50 innerorts", schreibt der Nutzer. "Wer innerorts schneller als 50 fährt und erwischt wird, bezahlt. Und wessen Hund trotz Verbot zum Beispiel im Nonnenmattweiher schwimmt oder wer den abgesperrten Bereich nutzt, der möge bitte auch zur Kasse gebeten werden. Das ist der Staat den Bürgern schuldig, die Regeln beachten, auch oder obwohl sie diese möglicherweise nicht verstehen oder nicht gut finden. Mein Hund darf dort nicht ins Wasser – basta!"

Nutzerin Brigitte Meier – auch sie ist Hundebesitzerin – geht es weniger darum, dass Hunde überhaupt im Wasser sind, sondern eher darum, wie die Hunde sich am Weiher verhalten: "Wenn sich die Hunde ihrer Natur entsprechend abkühlen würden, würde wohl niemand etwas sagen. Aber seit einigen Jahren geht es ohne Wurfgeschosse der Besitzer nicht mehr. Der Hund rast angetrieben ins Wasser, macht Riesensprünge, wirbelt alles auf, zertritt alles."

Nutzer Georg Ruch – auch er hat selbst einen Hund – verweist auf Alternativen, seinem Hund etwas Abkühlung zu verschaffen: "In der Nähe des Nonnenmattweihers gibt es Bachläufe, in denen der Hund sich erfrischen und sicher auch ein Fußbad nehmen kann."