Rekordverdächtig schneller Neubau

Claudia Kleinhans

Von Claudia Kleinhans

Sa, 07. Oktober 2017

Kollektive

Gemeinde March hat Kindergartenplätze geschaffen / Architekturbüro Rolf Disch übernahmen die Planung.

Wie viele andere Kommunen auch, stand die Gemeinde March vor dem Problem, schnell zusätzliche Kitaplätze schaffen zu müssen. Die bestehenden Kindergärten waren zu Beginn dieses Jahres bereits am Limit ihrer Kapazitäten, und den Verantwortlichen blieb nur noch ein halbes Jahr Zeit. "Es musste also eine schnelle Lösung her. Gemeinderatsbeschluss, Planung, Genehmigung, öffentliche Ausschreibung und Bau in so kurzer Zeit, das ist in Deutschland schwierig, zumal viele Planer und Handwerksbetriebe auf Monate ausgebucht und ausgelastet sind", sagt Rolf Disch.

Eine Containerlösung kam nicht in Frage, da sie nicht nachhaltig und mit geschätzten Kosten von 200 000 Euro auch nicht gerade billig gewesen wäre. Also trat die Gemeinde an den Architekten heran, der vor 40 Jahren den Kindergarten in March-Neuershausen geplant hatte, eben Rolf Disch.

Die Gemeinde March und Disch wurden sich schnell einig: Gemeinsam ging man das Wagnis ein, und der Kindergarten konnte tatsächlich nach fünf Monaten Anfang September bezogen werden.

Nach einer zweiwöchigen Vorplanungsphase als Entscheidungsgrundlage erteilte der Gemeinderat am 3. April den Generalplanungsauftrag. Entwurfs-, Genehmigungs- und Werkplanung liefen praktisch fast parallel, und das Landratsamt als Genehmigungsbehörde, die um die Dringlichkeit wusste, hat bereits zwei Monate nach Planungsbeginn und nur vier Wochen nach Vorlage des Bauantrags die Baugenehmigung erteilt. Nach nur drei Monaten Bauzeit konnte das Gebäude pünktlich zum 1. September übergeben werden, nur noch einige Nacharbeiten an den Fassaden und Außenanlagen, die aber den Betrieb nicht störten, konnten in den Folgetagen erledigt werden. "Der sportliche Zeitrahmen konnte nur gehalten werden, weil alle Beteiligten engagiert und kooperativ am Projekt mitwirkten", stellt Disch klar. Die Herausforderung war groß: Die Kita sollte hohen Ansprüchen an Ausstattung, Bauökologie und Energieeffizienz genügen. Sie wurde in Massivholz konstruiert, mit Holz-Alu-Fenstern und dreifacher Wärmeschutzisolierverglasung und gedämmter Außenhülle in Passivhausqualität gebaut. Entgegen der verbreiteten Auffassung, dass dieses unweigerlich zu Kostensteigerungen führe, wurde die vom Gemeinderat genehmigte Kostenberechnung gehalten. Die fast ausschließlich regionalen Handwerksbetriebe hätten an diesem Projekt eine professionelle, qualitätsvolle und zuverlässige Leistung gezeigt.

Zu zeigen, dass es in Deutschland bei Bedarf auch schnell gehen kann, sei den Projektbeteiligten beim Kindergarten March-Neuershausen gelungen. "Das dreifache Erfolgsrezept war, ein klares Ziel vor Augen zu haben, der Mut, Entscheidungen schnell und auf den Punkt hin zu treffen, wenn sie anstehen, und die eng verzahnte, professionelle und kreative Zusammenarbeit aller auf Augenhöhe", sagt Disch rückblickend.