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28. Dezember 2014 22:31 Uhr

Moderne Müllabfuhr – per Pferd

Der Fortschritt liegt manchmal lange zurück. Zu dieser Einsicht kam die Gemeindeverwaltung in Montforte del Cid, einem 7000-Seelendorf unweit der spanischen Küstenstadt Alicante. Seit Sommer wird dort der Müll wieder mit einer Pferdekutsche abgeholt, dem Hipomóvil. Der Grund: "Die Ausgaben für die Müllabfuhr sinken dadurch von 400 000 auf 200 000 Euro im Jahr", heißt es aus dem Rathaus.

Die Rechnung ist einfach. Ein Müll-Lkw kostet in der Anschaffung 125 000 Euro und kann zehn Jahre genutzt werden. Pferd und Kutsche schlagen alle 20 Jahre mit nur 6 000 Euro zu Buch. Ein Lkw schluckt für 7 000 Euro Diesel im Jahr. Das Pferd begnügt sich mit Hafer und Heu für 900 bis 1 200 Euro jährlich. Auch Tierarztbesuche und neue Hufeisen sind deutlich billiger als die regelmäßigen Inspektionen in der Werkstatt.

Die Kutsche, die nun in der Altstadt von Montforte del Cid ihre Runden dreht, hat mit traditionellen Fuhrwerken nur das Pferd gemeinsam. Der Müllwagen verfügt über Solarpanels, die eine Batterie für die Beleuchtung und Signallampen aufladen. Es ist eine Pferdetränke an Bord. Und die Pferdeäpfel werden automatisch aufgefangen, damit die Straße nicht verunreinigt wird. Das Pferd – ein Exemplar der französischen Rasse Percheron – kann bis zu 2 000 Kilogramm ziehen. Doch liege die tatsächliche Last bei den Fahrten bei nicht mehr als 1 000 Kilogramm, heißt es in einem Kommuniqué des Rathauses.

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Die Idee mit der tierischen Müllabfuhr ist nicht neu. In Frankreich wurden seit Anfang der 2010er Jahre über 80 Pferdegespanne in Dienst genommen. Auch in Belgien und Österreich setzen mehrere Gemeinden Pferde ein, ebenso wie in Deutschland die autofreie Nordseeinsel Juist. Im Schweizer Ort Avenches, im Kanton Vaud, ist das vielleicht modernste Pferdegespann unterwegs: eine Müllkutsche, die ähnlich funktioniert wie die meisten E-Bikes. Beim Bremsen laden sich Batterien auf. Wird das Pferd müde, unterstützt ein Elektromotor das Tier.

Autor: wan