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04. Oktober 2011 20:01 Uhr

Süsses Geschenk

Regierungsbienen: Kretschmann lässt "Schwarz-Gelb" für sich arbeiten

Jetzt muss "Schwarz-Gelb" auch noch für Grün-Rot arbeiten: Ministerpräsident Winfried Kretschmann schickt vier Bienenvölker aus, um für den streng limitierten Regierungshonig Nektar zu sammeln.

  1. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (links) hat am Dienstag die „Regierungsbienen“ losgelassen. Foto: dpa

Für ganz so abgewirtschaftet, wie er anfangs behauptet hat, scheint der neue Ministerpräsident Schwarz-Gelb gar nicht zu halten: Jetzt lässt Kretschmann sogar scharenweise Schwarz-Gelbe für sich arbeiten – im Garten seiner Regierungszentrale, bei jedem Wetter und das auch noch unentgeltlich. Am Dienstagnachmittag hat der Grüne der Öffentlichkeit seine neuen Mitarbeiter vorgestellt, wenn auch skeptischen Blickes und die Hände hinterm Rücken versteckt, so als fürchtete er, von ihnen besto..., pardon, gestochen zu werden. Denn es handelt sich um "Regierungsbienen".

Zu Günther H. (Hallodri) Oettingers Zeiten hätten damit noch dessen auffallend attraktive Mitarbeiterinnen in Vorzimmer und Pressestelle des Staatsministeriums gemeint sein können. Bei Kretschmann, der ja stets beim Wort genommen werden will, sind es korrekt bezeichnete, richtige Bienen – vier Bienenvölker mit je 30.000 Mitgliedern und dem Auftrag, die Regierung fortan mit Honig zu versorgen.

Honig um den Bart streichen

Auf zwanzig bis dreißig Kilo Honig pro Jahr wird das Potenzial der Regierungsbienen geschätzt. Entsprechend strenger Zweckbindung unterliegt das rare Produkt: Es soll als Geschenk an Staatsgäste verteilt werden. Frühere Landesregierungen hatten da nur die Wahl zwischen Eigenerzeugnissen wie dem staatlichen Rothaus-Bier, dem manchmal eher herben Staatswein aus Meersburg oder den Keramiken der staatlichen Majolika in Karlsruhe, die auch nicht jedermanns Geschmack sind.

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Künftigen Staatsgästen dagegen mit Honig um den Bart zu gehen, ist womöglich eine raffinierte Art der Standortwerbung und Exportförderung für das Land. Nicht zu gewährleisten ist allerdings, dass die Bienen sich ausschließlich im Park der Regierungsvilla bedienen und nicht doch manch oppositionelle Polle den Regierungshonig verunreinigt. Immerhin anerkennt die neue Landesregierung implizit, dass ihre Vorgängerin noch so ausreichend blühende Landschaften hinterlassen hat, dass sich das Ganze überhaupt lohnt.

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Autor: Stefan Hupka