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16. September 2010 21:00 Uhr

Vauban

Kommando Rhino: Wagenburg soll einem Hotel weichen

Auf dem Eingangsgelände ins Quartier Vauban soll ein Hotel entstehen, das Behinderten normale Arbeitsplätze bieten will. Noch besteht allerdings Verhandlungsbedarf mit der Stadtbau als Investor – wegen der Miete.

  1. Auf dem Eingangsgelände ins Quartier Vauban soll ein Hotel entstehen. Foto: Ingo Schneider

Die Vereinigung Freiburger Sozialarbeit die Gründung einer gemeinnützigen GmbH. Allerdings gilt es noch ein Problem zu lösen: Die städtische Wohnungsgesellschaft Stadtbau als Investor erwartet eine Miete, die die Möglichkeiten des Sozialverbands übersteigt. Nächste Woche wollen beide verhandeln.

Die Idee eines integrativen Hotels stammt noch aus der Zeit, als der Freiburger Architekt Rolf Buschmann auf dem sogenannten "M1"-Gelände sein "Green-Business-Center" realisieren wollte. Gegen das Center regte sich Widerstand im Stadtteil, womit die Wagenburg "Kommando Rhino" seither ihre Besetzung begründet. Buschmanns Vorhaben platzte schließlich an der Finanzierung. In die Lücke sprang die Stadtbau GmbH, die im vergangenen Dezember das Grundstück für 1,1 Millionen Euro kaufte. Vor fünf Monaten gewann das Berliner Büro Barkow-Leibinger einen Architektenwettbewerb mit seinem Vorschlag, den Komplex in zwei Gebäude zu teilen. Investitionsvolumen: 12 bis 14 Millionen Euro.

Vorgesehen ist ein Dreisterne-Hotel

Im kleineren Teil mit 1600 Quadratmetern Nutzfläche direkt an der Merzhauser Straße will die Vereinigung Freiburger Sozialarbeit (VFS) den integrativen Hotelbetrieb realisieren. Ein Gutachten hat die Wirtschaftlichkeit bestätigt. "Das ist ein wunderbares Projekt und längst überfällig für Freiburg", sagt Jack Huttmann, Chef der Arbeiterwohlfahrt und Vorsitzender der VFS, die einen Gutteil der Freiburger Sozialarbeit koordiniert und auch eigene Projekte, wie das Jugendzentrum Letz Fetz und die Begegnungsstätte im Stadtteil Stühlinger sowie den Kleiderladen hat. Mitglieder sind die Arbeiterwohlfahrt, Stadt-Caritasverband, Paritätischer Wohlfahrtsverband, Deutsches Rotes Kreuz, Diakonisches Werk, Jüdische Gemeinde, Studentenwerk und Rathaus.

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Vorgesehen ist ein Dreisterne-Hotel mit 43 Zimmern, davon drei behindertengerechte. Auf dem Dach ist ein Tagungsraum geplant, der auch an die Anwohner vermietet werden soll, etwa für Geburtstagsfeiern. Neben 16 Beschäftigten auf acht Vollzeitstellen sollen hier sechs Menschen mit Behinderung einen Job auf dem ersten Arbeitsmarkt finden. "Das ist keine Werkstatt für Behinderte", stellt Jack Huttmann klar. Ziel sei, dass irgendwann gleich viele behinderte und nichtbehinderte Menschen im Hotel arbeiten. 625 000 Euro sollen in die Inneneinrichtung des Hauses investiert werden, vor allem mit Geld der Aktion Mensch.

Hoffen auf einen Sponsor

Am Geld könnte das Projekt dennoch scheitern. Zu Zahlen will Stadtbau-Chef Ralf Klausmann nichts sagen. Doch seien wegen der Miete weitere Gespräche nötig. "Wir können kein Hotel subventionieren." Der "ambitionierte Zeitplan" sei dadurch nicht zu halten. Statt im Frühjahr soll der Bau nach den Sommerferien 2011 starten.

BZ-Informationen zufolge hat die VFS einen Mietpreis von 8,75 Euro pro Quadratmeter als Obergrenze genannt, den die Stadtbau allerdings nicht für ausreichend hält. Sie kalkuliert mit 13 Euro. Die Differenz summiert sich auf 82 000 Euro im Jahr. Trotzdem ist Klausmann optimistisch. Und auch VFS-Vorsitzender Huttmann hofft, dass beide Beteiligten die Lücke verringern und ein Sponsor sie vielleicht ganz schließt.

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Autor: Uwe Mauch