Kommentar

Die Veh-Entlassung in Frankfurt: Ganz viel Vorsorge

René Kübler

Von René Kübler

Mo, 07. März 2016

Kommentare

Es gehört zur Charakteristik von Entlassungen im Profifußball, dass Erklärungen bisweilen etwas absurd ausfallen. So auch jetzt in Frankfurt, wo Armin Veh die Eintracht verlassen muss. Eine Einordnung von René Kübler.

"Armin hat bis zuletzt unser Vertrauen gehabt", sagte Heribert Bruchhagen, der Vorstandschef von Eintracht Frankfurt, nachdem er Coach Armin Veh beurlaubt hatte. Bis zuletzt also. Aha. Aber nicht bis zuallerletzt. Oder wie soll man das interpretieren? Vielleicht muss man Bruchhagens Worten weiter folgen. "Es war das Beste für Eintracht Frankfurt, aber auch für Armin Veh", hat er noch gesagt. Dann wurde der Trainer also aus Fürsorgepflicht entlassen und müsste den Verantwortlichen dankbar sein? Man kann es drehen und wenden, wie man will: Irgendwie wollen Bruchhagens Erläuterungen nicht einleuchten. Immerhin: Die wahren Beweggründe für die Entscheidung gegen Veh hat er auch noch kundgetan. Er erhoffe sich durch den neuen Impuls eine Befriedung des Umfelds, so Bruchhagen. Die Veh-raus-Rufe haben also Wirkung gezeigt. Und wieder mal haben sich die Bosse eines Vereins den Stimmungsschwankungen ihrer Anhänger gebeugt. Natürlich hatten diese Grund zur Verärgerung. Veh hatte den Verein einst wegen mangelnder Perspektive verlassen, um dann doch irgendwann zurückzukehren – ohne Erfolg mitzubringen. Da darf man als Fan schon mal ungehalten sein. Als Entscheidungsträger sollte man aber in der Lage sein, so etwas auszuhalten. Besonders, wenn man bis zuletzt Vertrauen hat.