Kommentar

Freiburgs neuer Stadtteil Dietenbach: Hohe Hürden, weiter Weg

Uwe Mauch

Von Uwe Mauch

Do, 28. Juni 2018 um 08:46 Uhr

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Fast zehn Jahre werden vergangen sein von der Festlegung auf Dietenbach bis zum ersten Haus. Doch die Politik hat keine andere Wahl. Es gibt keinen Plan B.

Die Stadtverwaltung, das wurde bei der Pressekonferenz am Mittwoch deutlich, unternimmt gewaltige Anstrengungen, um den Stadtteil Dietenbach zu realisieren.

Wie ernst es ist, demonstrierte der Auftritt der gesamten Bürgermeisterriege – mit Ausnahme des noch amtierenden Stadtoberhaupts. Ohne Dietenbach, sagt Erster Bürgermeister Ulrich von Kirchbach, würde sich die soziale Schieflage in Freiburg verschärfen.

Zwölf Beschlüsse in sechs Drucksachen mit insgesamt 1000 Seiten soll der Gemeinderat dafür fassen. Anders als in den 70er Jahre, als zwei Jahre nach dem Gemeinderatsvotum in Weingarten gebaggert wurde, sind die Hürden immer noch hoch und der Weg weit: Hochwasserschutz, Hochspannungsleitungen, fehlende Ersatzflächen für Landwirte und ökologische Eingriffe, protestierende Bauern und hartleibige Eigentümer.

Nun wird auch noch bekannt, dass eine Zwischendeponie nötig wird, um mit Millionen von Kubikmetern Erdaushub den Stadtteil aus dem Grundwasser zu heben. Das schlägt sich nieder im Zeitplan: Fast zehn Jahre werden vergangen sein von der Festlegung auf Dietenbach bis zum ersten Haus. Und nochmal schwieriger wird es, den benötigten günstigen Wohnraum zu realisieren. Doch die Politik hat keine andere Wahl. Es gibt keinen Plan B.