Kommentar

Der Konflikt um den CSD zeigt, wie Kommunikationsprobleme in eine Sackgasse führen

Uwe Mauch

Von Uwe Mauch

Mi, 20. Juni 2018 um 09:54 Uhr

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Die Bedenken der Verwaltung haben nach den Vorfällen des Vorjahres ihren guten Grund, als die Veranstalter die Probleme nicht in den Griff bekamen. Andererseits agierte auch das Rathaus unglücklich.

Vertrauen geht schnell verloren und ist nur langsam wieder herzustellen. Der Konflikt zwischen Ordnungsamt und Veranstaltern der Parade zum Christopher-Street-Day zeigt, wie kleine Pannen und große Kommunikationsprobleme in eine Sackgasse führen. Dabei wäre ein Ausweg bereits gefunden, mit dem alle Beteiligten leben könnten: Statt die Kaiser-Joseph-Straße stundenlang lahmzulegen, könnte der Umzug durch Bertold- und Salzstraße ziehen. Damit wäre der verständliche Wunsch des CSD-Vereins erfüllt, die vielfältigen Lebensweisen im Herz der Stadt zu demonstrieren. Und das Amt sähe die Sicherheit gewährleistet. Denn die Bedenken haben nach den Vorfällen des Vorjahres ihren guten Grund, als die Veranstalter die Probleme nicht in den Griff bekamen. Andererseits agierte auch das Rathaus unglücklich. Obwohl die Parade 2018 früh angemeldet wurde, hat die Behörde auf Zeit gespielt. Sie wollte die Ordnungswidrigkeitsverfahren abwarten, die aber immer noch anhängig sind. Und dann ging auch noch versehentlich eine Mail mit der Zusage für die Kajo raus, die wieder eingesammelt werden musste. Natürlich kann der Verein darauf hoffen, seine Kajo-Tour gerichtlich durchzusetzen. Aber damit würde er sich eine Verantwortung aufbürden, die er eigentlich nicht wollen kann. Vernünftig wäre es, über den Schatten zu springen und den Kompromiss zu akzeptieren.