Besucherandrang

Kommt eine Maut für den Weg zum Skigebiet Stollenbach?

Markus Zimmermann

Von Markus Zimmermann

Do, 07. Februar 2019 um 15:10 Uhr

Oberried

Für die Straße zu den Liften soll eine Maut erhoben werden. Diesen Plan diskutiert derzeit die Gemeinde Oberried. Bereits beschlossen, ist die Sperrung des Weges zum Toten Mann in den Wintermonaten.

Die Natur braucht Schutz vor dem Menschen. Um sie langfristig zu erhalten, braucht es Regeln für das Miteinander und bewusstseinsbildende Maßnahmen. Mit einem Besucherlenkungskonzept will die Gemeinde Oberried dies für den Bereich Stollenbach konkretisieren – das könnte eine Maut für den Oberrieder Wald und damitfür das Skigebiet Stollenbach beinhalten.

Ein Grund: die hohen Unterhaltungskosten und der Winterdienst

Insgesamt zehn Punkte sieht eine erste Liste von möglichen Maßnahmen vor, die unter anderem bei einem Runden Tisch mit allen Beteiligten zusammengetragen und dann weiterentwickelt wurden. Annette Müller-Birkenmeier hat zudem die einzelnen Vorschläge unter dem Kostenaspekt näher untersucht und das Ergebnis in der Gemeinderatssitzung am Montag vorgelegt. Die wohl gravierendste Überlegung zur Besucherlenkung betrifft eine Mautstelle an der Stollenbachstraße wegen der hohen Unterhaltungskosten und wegen des Winterdienstes. Wobei die Erlenbacherstraße mit einbezogen werden soll, um Ausweichverkehre schon gar keine Chance zu geben. Bevor eine Straßenschranke und eine Maut jedoch inhaltlich vertieft werden, soll zunächst geprüft werden, ob sie sich juristisch durchsetzen lässt.

Bürgermeister Klaus Vosberg verwies auch auf die Prüfung von Städtemauten. Sollte die Prüfung ergeben, dass eine Maut rechtlich genehmigungsfähig ist, müssten der Ortschaftsrat Zastler, die Weidegenossenschaft Erlenbach und die Anlieger gehört werden. Separat müsste sich der Gemeinderat mit der Mautfrage befassen.

Weg zum Toten Mann soll gesperrt werden

Schon konkreter sind Pläne zur Lenkung und Kanalisierung von Besucherströmen. Der Weidelehrpfad soll mit neuen, "nicht so textlastigen und damit familienfreundlicheren Tafeln", so Müller-Birkenmeier, ausgeschildert werden. Parallel soll er auch Online und mit Flyern mehr ins Bewusstsein von Einheimischen und Touristen gerückt werden.

Beschlossen wurde, den Weg zum Toten Mann zwischen 1. Dezember und 30. April zu sperren. Eine entsprechende Verfügung gibt es seit 2012, durch Schilder und Flatterbänder soll die Sperrung nun unübersehbar markiert werden.
Der Berg "Toter Mann" im Südschwarzwald hat eine Höhe von 1320,7 Metern. Er liegt auf dem Gebiet der Gemeinde Oberried, südöstlich von Freiburg und rund 2,5 Kilometer nordwestlich des Feldbergs. Der Tote Mann ist – besonders im Winter – ein beliebtes Ausflugsziel.

Flutlicht ist Sache der Vereine und des Liftbetreibers

Zweigleisig soll auch bei der Ausschilderung und der Information über Skitouren und Schneeschuhrouten über Schilder und online informiert werden. Auch sind weitere Schilder vorgesehen. Kosten für diese und weitere Pläne, die förderfähig sind, veranschlagte Annette Müller-Birkenmeier auf rund 16.000 Euro. Je nach Förderung könnten bis zu 60 Prozent ersetzt werden.

Nach Vorliegen der Förderbescheide soll über die einzelnen Pläne entschieden werden. Ob eine Flutlichtanlage auf dem Skihang gebaut wird, sei vorerst Angelegenheit der Skivereine und des Liftbetreibers. Voraussetzung ist eine FFH-Verträglichkeitsprüfung. Die Kosten dafür werden auf rund 16.000 Euro veranschlagt. Die müssten von den Interessenten aufgebracht werden, auch mit dem Risiko, dass die Anlage abgelehnt wird. "Die Gemeinde kann unterstützen, aber finanziell wird sie das nicht tun", sagte Vosberg. Auch bei einer Verbreiterung der Skipiste wird sich die Gemeinde finanziell nicht beteiligen. Auf rund 5000 Quadratmetern müsste dafür Gemeindewald gerodet werden.