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17. Oktober 2015

Digitaler Wandel im Stundenplan

Im Kreismedienzentrum wird beraten, welche Rolle Schule bei Medienkompetenz haben kann und soll.

  1. Künstler Michael Light spielt die Laserharfe. Foto: Patrick Seeger

  2. Schüler der Jengerschule in Ehrenkirchen schreiben digital auf übergroßen Bildschirmen. Foto: Patrick Seeger

BREISGAU-HOCHSCHWARZWALD.Welche Erwartungen haben Gesellschaft und Wirtschaft gegenüber den Schulen im Bereich der medialen Bildung? Dieser Frage wurde auf dem Medienkompetenztag des Kreismedienzentrums (KMZ) am Donnerstagabend nachgegangen. "Leben, lernen und arbeiten in einer digitalen Welt: Schulen im Bereich der medialen Bildung" – so das Thema der Veranstaltung in Freiburg.

Sebastian Lorenz, Leiter des KMZ und Darius Pasdar, sein Stellvertreter, betonten, dass den digitalen Medien heutzutage eine Bedeutung zukomme, der man sich nicht verschließen könne. Dennoch sei der Weg zu gut verankerter medialer Schulbildung immer noch ein langer Weg. "Baden-Württemberg ist das erste Land, das das Thema Medienbildung ab 2016 verpflichtend in die Bildungspläne aufnimmt", meinte Lorenz. Handlungsbedarf herrsche aber bundesweit.

Werner Seger vom Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald, das gemeinsam mit der Stadt Freiburg die Trägerschaft des KMZ innehat, sieht den hohen Investitionsbedarf als eines der Hauptprobleme. "Nichts wandelt sich schneller als der Wandel", sagte er. Für Schulen bedeute dies stetig neue Anschaffungen. Dabei komme dann das KMZ ins Spiel, das nicht nur bei neuen Ausstattungen berate, sondern auch im Nachhinein für Reparaturen und Fragen zuständig sei. "Wir haben momentan 60 Tablets, die wir an Schulen verleihen", so Lorenz. Diese seien bereits bis Weihnachten voll ausgebucht. Das zeige, wie groß der Bedarf an modernen Geräten ist.

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Stefanie Hautkappe, Lehrerin an der Schwarzwaldschule Appenweier, arbeitet mit ihren Schülern bereits mit digitalen Mitteln: "Die Schüler sehen die Tablets als handwerkliches Werkzeug."

Auch Simon Kaiser, stellvertretender Ausbildungsleiter der Industrie und Handelskammer (IHK), hob hervor, dass viele Berufe sowie Betriebe heute einen sicheren Umgang mit digitalen Medien voraussetzen. "Die Schüler sollen nicht nur lernen, wie sie die mobilen Endgeräte bedienen, sondern auch, wie sie diese sinnvoll nutzen", so Kaiser. Moderiert wurde das Gruppengespräch von BZ-Volontärin Dorothee Soboll. Professor Christoph Igel vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz hob in seiner Rede hervor, dass Schulen insbesondere organisatorische Probleme zu lösen haben. Jene gingen von der Anschaffung neuer Geräte und der Installation eines guten WLAN-Netzes bis hin zu einer zeitgemäßen Unterrichtsgestaltung der Lehrkräfte. Birte Könnecke, Kreisvorsitzende und Landtagskandidatin der SPD im Kreis Breisgau-Hochschwarzwald, erinnerte daran, dass Medienbildung ab nächstem Jahr schon von der ersten bis zur fünften Klasse wichtiger Bestandteil des Lehrplans sein werde.  

Technologie allein macht noch keinen guten Unterricht

Hermann Maier, Amtsleiter des Amtes für Schule und Bildung Freiburg, stimmte zu. "Schulen sind dazu da, einen Beitrag zur Alltagsbewältigung zu leisten und auf das Berufsleben vorzubereiten, deshalb ist die Integration von Medienbildung in die Lehrpläne unbedingt nötig", sagte er. Vor allem sei es wichtig, die Schüler über Themen wie Datenschutz aufzuklären und Wert auf den sachgerechten Umgang mit den digitalen Medien zu legen. Auch dafür sei das KMZ da. Technologie allein sei schließlich keine Garantie für guten Unterricht.

Für eine künstlerische Untermalung des Abends sorgte der Musiker Ralph Light, der auf seiner Laserharfe spielte. Bis heute ist das von Light mitentwickelte Musikinstrument ein Unikat.

Ausstellungsstücke im KMZ wie der intelligente Tischkicker und das digitale Megamind-Spiel verdeutlichten den Einfluss der Technik auf den Alltag. In einem Punkt waren sich an diesem Abend alle einig: Es ist keine Frage mehr, ob mediale Bildung in die Schulen eingebunden werden soll – die Frage sei nur wie. Das KMZ arbeitet daran.

Autor: Melanie Zimmer