Grüne fordern Bergung des Sondermülls

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Do, 13. September 2018

Kreis Breisgau-Hochschwarzwald

Antrag zur Deponie Stocamine.

WITTELSHEIM/ELSASS (BZ). Die Kreistagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen beantragt im Ausschuss für Grenzüberschreitende Zusammenarbeit (AGZ) eine Beschlussfassung zur Sondermülldeponie Stocamine. Laut Pressemitteilung möchte sie erreichen, dass der Kreistag Breisgau-Hochschwarzwald die zuständigen französischen Behörden auffordert, dafür zu sorgen, dass zum Schutz des Grundwassers der noch in der Sondermülldeponie befindliche Sondermüll restlos geborgen und sicher entsorgt wird.

Die Deponie bei Wittelsheim befindet sich in 600 Metern Tiefe im Bereich der ehemaligen Kalimine Josef-Else. Bereits 2002 wurde sie nach einem Brand stillgelegt. Bis zu diesem Zeitpunkt waren etwa 44 000 Tonnen Sondermüll in die Deponie gebracht worden. Der Betreiberfirma Stocamine wurde bisher nur für den quecksilberhaltigen Sondermüll die Auflage zur Bergung erteilt. Der Großteil der hochgiftigen Abfälle befindet sich immer noch in der Deponie, so die Mitteilung.

Es gab laut der Kreisfraktion der Grünen von Anfang an erhebliche Zweifel an der Eignung des Salzstocks als Sondermülldeponie und großen Widerstand auf deutscher und französischer Seite gegen das Projekt. Die Hauptsorge gilt dem Grundwasservorkommen am Oberrhein. Die Gefahr der Verseuchung von Teilen des großen gemeinsamen Grundwasserreservoirs im Bereich der oberrheinischen Tiefebene durch die Sonderabfälle ist ein Problem, das die französische und deutsche Seite betrifft, so die Mitteilung. Seit 2010 würden auch französische Behörden vor einem Wassereinbruch in den Stollen warnen. Nur durch ein vollständiges Entfernen der giftigen Abfälle könnte diese Gefahr gebannt werden.

Besonders die vergangenen Monate hätten gezeigt, welche Bedeutung die Grundwasservorkommen haben und wie wichtig der sorgsame Umgang mit den vorhandenen Ressourcen ist.