Mediennutzung als zentrales Thema für Jugendliche

Jonas Hirt

Von Jonas Hirt

Mi, 12. April 2017

Kreis Breisgau-Hochschwarzwald

Das Evangelische Jugendwerk im Landkreis bekommt ein Mediamobil mit der technischen Ausstattung fürs Filmen / Geplant ist zum Beispiel ein Imagefilm.

BREISGAU-HOCHSCHWARZWALD. Fast wie die Profis Filme drehen – das kann jetzt das Evangelische Jugendwerk im Bezirk Breisgau-Hochschwarzwald. Das Jugendwerk bewarb sich bei der Jugendstiftung Baden-Württemberg für das sogenannte Mediamobil und hatte damit Erfolg. "In dem rollenden Medienlabor ist alles drin, was man braucht, um ein Filmprojekt zu verwirklichen", so der evangelische Kirchenbezirk. Eine Spiegelreflexkamera, ein Tablet, ein Mikrofon, ein Laptop – das sind nur die auffälligsten Ausstattungsgegenstände des Mobils. Der Wert liege bei 3000 Euro, schätzt Bezirksjugendreferent Oliver Zulauf.

Damit will die evangelische Kirche im Landkreis zwei Projekte angehen: So soll das Konfirmationscamp im September gefilmt werden, aber auch ein Imagefilm entstehen. Damit möchte man Jugendliche für mehr ehrenamtliches Engagement begeistern. "Jeder Verband, ob kirchlich oder nicht, muss Werbung machen", sagt Zulauf. Mit Bezirksjugendreferentin Heike Siepmann ist es ihm gelungen, das Mediamobil fürs Jugendwerk zu gewinnen. Damit sei man verpflichtet, innerhalb eines Jahres Projekte umzusetzen. Wenn dies gelinge, bleibe die Ausrüstung beim Bezirk und stehe für alle Gemeinden zur Verfügung.

Die Idee zum Imagefilm sei ihm Leitungskreis entstanden, sagt Zulauf. Dieser könne man als gewählten Ältestenrat der Jugendgemeinde bezeichnen. In ihm sitzen Vertreter aus dem ganzen Landkreis. Der Leitungskreis entscheidet mit, wenn es darum geht, wie das Mediamobil eingesetzt wird. So soll auch für die politische und ehrenamtliche Beteiligung der Jugendlichen geworben werden. Erfahrungen mit dem Filmen hätten die Jugendlichen schon, sagt Zulauf. Bei der Landtagswahl habe man Politiker interviewt. "Ein Jugendlicher meinte, dass es ein wenig lächerlich sei, dass man die Interviews nur mit einem Tablet filmte", sagt Zulauf. Mit dem Mediamobil möchte der Kirchenbezirk auch seine Wertschätzung gegenüber der Jugend ausdrücken.

"Die Nutzung von Medien ist für Jugendliche ein zentrales Thema", sagt Florian Böcher, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit. Das Mobil solle Jugendliche anspornen, sich mit technischen Themen tiefergehend auseinanderzusetzen. "Ein Handyvideo kann jeder von den Jugendlichen drehen", so Böcher. Daher sollen Jugendliche auch den sicheren Umgang mit Medien lernen. Dieser spiele auch für die evangelische Kirche eine wichtige Rolle, sagt Böcher. Es gehe nicht nur um die Gefahren, auch für die berufliche Zukunft sei der Umgang mit Medien eine Voraussetzung. "Vielleicht entdeckt jemand durch das Mediamobil seine Liebe zur Technik." Beim Konfirmationscamp kommen im September Jugendliche aus Staufen, Ehrenkirchen, Wolfenweiler, Badenweiler und Bad Krozingen zusammen. "Das wollen wir filmisch dokumentieren – mit den Jugendlichen für die Jugendliche", erklärt Oliver Zulauf. Das Camp vermittle nicht nur Konfirmationswissen, über Erlebnispädagogik solle auch die Teamarbeit verbessert werden. Der entstehende Film sei auch eine Art Werbefilm.

"Mit diesen Projekten sind wir sehr gut ausgelastet", sagt Zulauf. An weiteren Ideen mangelt es ihm dennoch nicht. Kurzfilme für die Vermittlung von kirchlichem Wissen hält er für sinnvoll. Mit einem kurzen Clip könne man zum Beispiel erklären, was die Taufe sei. Eine weitere Möglichkeit könne auch ein Werbefilm für das Freizeitprogramm der evangelischen Kirche sein.