SPD-Fraktion will Sozialticket im Landkreis

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mi, 14. März 2018

Kreis Breisgau-Hochschwarzwald

Kosten von rund 500 000 Euro.

BREISGAU-HOCHSCHWARZWALD (BZ). Nachdem die Stadt Freiburg nun die Zahlen des seit eineinhalb Jahren existierenden Sozialtickets veröffentlich hat, erklärt die Kreis-SPD in einer Pressemitteilung, dass sich daraus ergebe, dass auch für den Landkreis ein erheblicher Bedarf an einem Sozialticket bestehe. "An den Freiburger Daten lässt sich klar ablesen, dass die Schwarzmalerei manches Gegners des Sozialtickets unbegründet war", heißt es in der Mitteilung.

Gleichzeitig seien finanzielle Schreckensszenarien nicht zu erwarten. Das Angebot könne man auch im Landkreis anpassen: "Wenn die Mehrfahrtenkarte schon in Freiburg wenig Interesse findet, dann wird sie auf dem Land durch die weiteren Strecken noch weniger nachgefragt sein. Zumal sie dort erheblich teurer ist. Sinnvoll ist es also, nur auf die ermäßigte Regiokarte zu setzen, wie wir das bereits letztes Jahr getan haben", heißt es in der Mitteilung. "Deutlich weniger attraktiv als erwartet war die bezuschusste 2x4-Fahrtenkarte, denn rund 80 Prozent der Kunden wählten die Regiokarte."

Mobilität als Voraussetzung für Teilhabe

Da die Zahl der Berechtigten in der Stadt Freiburg etwa doppelt so hoch sei wie im Kreisgebiet, würde nicht eine Million Euro, sondern etwa eine halbe Million anfallen. Dies sei viel Geld für den Landkreis, aber Mobilität sei eine Grundvoraussetzung für Teilhabe und ein menschenwürdiges Leben und somit absolut erforderlich.

Der Kreistag Breisgau-Hochschwarzwald hat die Einführung eines Sozialtickets in einer Sitzung im November mehrheitlich abgelehnt. Anträge der Fraktionen von SPD und Bündnis 90/Die Grünen waren von der Verwaltung zur Ablehnung empfohlen worden, da die Kosten von einer Million Euro im Jahr zu hoch seien, so schreibt die SPD in ihrer Pressemitteilung. Als Grundlage seien die Erfahrungen Freiburgs herangezogen worden. Insgesamt habe die Stadt Freiburg für das erste Jahr Sozialticket rund 1,1 Millionen Euro an die VAG überwiesen. Diese Summe liege deutlich unter den erwarteten Kosten von über 1,8 Millionen Euro. Ebenso sei der Personalbedarf in der Verwaltung überschätzt worden, schreibt die SPD.