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15. Juli 2011
Wohlschmeckend und pilzresistent
Staatliches Weinbauinstitut Freiburg zeichnet die besten Weine von Neuzüchtungen aus .
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Prämierung im Weinbauinstitut mit (von rechts) Stefan Laible, Weinbauingenieur aus Wasenweiler und seit 2010 Betriebsleiter eines 2008 gegründeten Weinguts im dänischen Kalundborg, Sebastian Faber, Weinbauingenieur und Weingutswinzer aus St. Georgen und Volker Jörger, Leiter der Abteilung Rebenzüchtung im Staatlichen Weinbauinstitut Freiburg. Foto: Silvia Faller
FREIBURG/LANDKREIS BREISGAU-HOCHSCHWARZWALD. Am Donnerstag gab es im Staatlichen Weinbauinstitut (WBI) Freiburg strahlende Gesichter. Denn beim ersten "Best-of-PiWi"-Wettbewerb des Instituts überzeugten Weine von Neuzüchtungen mit ausgezeichneter Qualität. Unter den Siegern waren auch Betriebe aus dem Kreis Breisgau-Hochschwarzwald. Das Heitersheimer Weingut Feuerstein etwa landete mit einem 2009er Johanniter auf dem ersten Platz bei dieser Sorte und das Bötzinger Gut Schaffner mit einem 2010er Helios auf dem zweiten Platz.
Auf vorderen Rängen fanden sich unter anderem auch die Weingüter Köpfer aus Staufen-Grunern, Andreas Dilger aus Freiburg-St. Georgen, Zähringer aus Heitersheim und Boos aus Bahlingen, die Winzergenossenschaft Jechtingen, der selbstvermarkten Genossenschaftswinzer Leonhard Linsenmeier aus Ebringen, das Staatsweingut Freiburg und der Badische Winzerkeller mit Weinen aus Ettenheim und Amoltern.Piwi ist die Abkürzung für den Begriff pilzwiderstandsfähige Rebsorten. Bei der Züchtung solcher Sorten ist die Freiburger Forschungseinrichtung weltweit führend. Und so war es an der Zeit, für die "Kinder" aus ihrem Zuchtgarten einen Wettbewerb einzuführen, fanden Institutsleiter Rolf Steiner und Volker Jörger, Leiter der Resistenz- und Klonenzüchtung. "Ein Wettbewerb zeigt uns, wo die Weine stehen und stärkt die Erzeuger in ihrem Qualitätsstreben", erklärt Jörger.
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Tatsächlich kann sich die Qualität der Weine sehen und schmecken lassen. Sie spiegelt sich in hohen Punktzahlen wider. Bewertet hatten die Juroren am Mittwoch nach dem 20-Punkte-Schema und die Spitzen erreichten zwischen 13 und 15 Punkte, was für gute bis überdurchschnittliche Qualitäten steht. Am Donnerstag wurden die Sieger prämiert. Insgesamt hatten 70 Betriebe aus acht Nationen 120 Weine der Weißweinsorten Johanniter, Helios, Solaris, Bronner, Souvignier gris, Muscaris, der Rotweinsorten Baron, Prior, Monarch, Cabernet Cantor, Cortis und Carbon sowie Weiß- und Rotweincuvés angestellt.
Die Sorten zeichnen sich durch eine weitgehende Resistenz gegen die beiden bedeutendsten Pilzkrankheiten im Weinbau, Plasmopara viticola (Falscher Mehltau oder Peronospora) und Erysiphe necator (Echter Mehltau oder Oidium), aus. Die Winzer kommen daher ohne chemischen Pflanzenschutz aus. Die wirtschaftliche Bedeutung ist allerdings noch gering.
Die Neuzüchtungen aus Freiburg finden sich in 25 Ländern im Anbau auf einer Fläche von rund 2500 Hektar, die weltweite Rebenanbaufläche beträgt knapp acht Millionen Hektar. Volker Jörger ist jedoch überzeugt, dass sich die neuen Sorten aufgrund eines wachsenden Umweltbewusstseins auf Dauer den Weg in die Weinmärkte bahnen werden. Hierzulande haben es die Neuzüchtungen allerdings sehr schwer, weil die deutschen Verbraucher traditionell auf sortenreine Weine ausgerichtet sind und dabei die herkömmlichen Sorten eindeutig bevorzugen. Die Burgunder sind in den südbadischen Betrieben etwa seit Jahren die Verkaufsrenner.
Die WBI-Züchtungen eröffnen aber auch ganz neue Absatzpotenziale. So erbringt die in Baden-Württemberg immerhin auf 350 Hektar verbreitetet frühreifende Sorte Solaris schon Mitte August Neuen Süßen und in Skandinavien annehmbare Weine. Aus dem dänischen Kalundborg war etwa Stefan Laible angereist. Ein 2010er Solaris aus dem Weingut Dyrlhog der mit 82 Grad Öchsle auf die Kelter gekommen war, hat mit 13,69 Punkten den vierten Platz bei dieser Sorte erreicht.
Der 26-jährige Weinbauingenieur stammt aus Wasenweiler und verantwortet seit Oktober 2010 die Produktion des erst 2008 gegründeten Weinguts. WeilWein als heimisches Erzeugnis in Dänemark sehr rar ist – nur zehn weitere Betriebe gibt es –, erzielt das Gut Dyrlhog aus Sicht badischer Weinvermarkter Traumpreise von durchschnittlich 40 Euro je Liter. Aus Interesse ist Laibles Studienfreund Sebastian Faber, Weingutswinzer aus Freiburg-St. Georgen zur Verkostung gekommen. Er und seine Eltern kultivieren keine Neuzüchtungen, sie wollen jedoch auf Laufenden sein, wie sich die Weine davon entwickeln.
Autor: Silvia Faller
