"Es ist unser Krankenhaus"

Georg Voss

Von Georg Voss

Di, 10. Oktober 2017

Kreis Emmendingen

Gut 1000 Besucher kamen zum Tag der offenen Tür ins Kreiskrankenhaus / Teddy-Sprechstunde und Schlaganfall-Demonstration.

EMMENDINGEN. Zum 40. Geburtstag hatte das Kreiskrankenhaus Emmendingen zu einem Tag der offenen Tür eingeladen. Gut 1000 Besucher machten am Samstag davon Gebrauch und besuchten die verschiedenen Abteilungen, um das Leistungsspektrum und Ärzte und Pflegepersonal bei Aktionen kennenzulernen.

Das Spektrum umfasst Abteilungen für Innere Medizin, Allgemein- und Viszeralchirurgie, Orthopädie und Unfallchirurgie, Gynäkologie und Geburtshilfe, Anästhesie und Intensivmedizin, Radiologie sowie die Abteilung für Altersmedizin mit dem geriatrischen Schwerpunkt. Insgesamt verfügt das Kreiskrankenhaus über 263 Betten in neun Fachabteilungen und beschäftigt mehr als 600 Mitarbeiter.

Für Krankenhaus-Geschäftsführerin Elisabeth Vario war es auch wichtig, zu zeigen, welch großes Angebot vor Ort den Patienten zur Verfügung steht. Patienten waren allerdings nicht oder kaum zu sehen, da deren Bereiche für diesen Tag abgetrennt oder abgeschirmt worden waren. Das Kreiskrankenhaus zeigte sich gut vorbereitet auf diesen Tag. In Ergänzung zu den Infos der Ärzte und des Pflegepersonals gab es großflächige Informationstafeln. Anhand einer Live-Demonstration, wurde gezeigt, wie ein Notfalleinsatz bei einem Schlaganfall, bei dem jede Minute wichtig ist, abläuft. Zudem ergänzten Vorträge im Haupt- und Nebengebäude das Aktionsprogramm.

Kleine Operateure in mintgrünen Kitteln

Auch für Kinder gab es attraktive Angebote. Sie konnten beispielsweise in die mintgrüne OP-Bekleidung schlüpfen, bekamen Operationsbesteck und Wattetupfer in die Hand und ließen sich so von ihren Eltern fotografieren. Auch wurde eigens für Kinder eine Teddy-Sprechstunde eingerichtet, um verletzte Plüschtiere fachärztlich mit Verband und Pflaster zu versorgen. Kinder zeigten im Rahmen von Mitmachaktionen in der Abteilung für Allgemein- und Viszeralchirurgie auch mehr Geschick bei der Endoskopie und konnten mit Hilfe des OP-Bestecks Gegenstände in die richtigen Kästchen befördern, wobei stets der Blick auf den Monitor gerichtet war. Mit Hilfe der Schlüssellochtechnik sind minimal-invasive Operationen möglich und die Organe der Bauchhöhle werden ohne großen Bauchschnitt operiert. Neben Vorführungen des mobilen Stoßwellengeräts zur Nierensteinzertrümmerung, das alle vier Wochen im Krankenhaus vorhanden ist, gab es Filmausschnitte einer minimal-intensiven Entfernung der Gallenblase.

Wie der Notfalleinsatz bei einem Schlaganfall funktioniert, zeigte die lokale Schlagfalleinheit, die darauf spezialisiert hat. Dafür stehen vier monitorüberwachte Betten zur Verfügung. Da bei einem Schlaganfall jede Minute überlebenswichtig ist, geht es um die schnellste Diagnostik und Versorgung des Patienten. "Damit keine oder nur minimale Ausfallerscheinungen beim Patienten entstehen", erläuterte Felix Lampe, Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensiv- und Notfallmedizin. Um Hirnblutungsstörungen zu erkennen, wird ein MRT (Magnetresonanztomograf) oder Kernspintomograf eingesetzt. Anhand der Bilder wird festgestellt, ob Blutungen vorhanden sind oder welche Kontraindikationen vorliegen. Daraufhin wird eine Therapie vorgeschlagen. Über einen Monitor wird der Schlagfallpatient überwacht. Per Liveübertragung kann so ein Arzt aus Freiburg mit dem Patienten kommunizieren: "Bewegen Sie den linken Arm." Oder: "Wie heißt das große graue Tier in Afrika mit großen Ohren." Ein solcher Notfalleinsatz dauert in der Regel eine knappe halbe Stunde. Die Abteilung wurde erst im vergangenen Mai in Betrieb genommen.

Altersmedizin mit einem interdisziplinären Ansatz

Die Abteilung für Altersmedizin und der geriatrische Schwerpunkt sind eine Einrichtung im Kreiskrankenhaus, die sich speziell mit Problemen und Bedürfnissen alter Menschen befasst. Hierher kommen auch Ältere nach einem Schlaganfall oder Oberschenkelhalsbruch zur altersmedizinischen Frührehabilitation. "Oder auch solche, deren Selbsthilfefähigkeit bedroht ist", sagte Robert Kaufmann, der ärztliche Leiter des interdisziplinären Teams, bestehend aus Mitarbeiterinnen von Pflege, Sozialdienst, Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie. Dafür stehen 15 Betten zur Verfügung.

Seit 2014 gibt es auf Initiative von Landrat Hanno Hurth den Förderverein, der sich für mehr Lebensqualität der Patienten einsetzt. Dazu gehören auch Kunstprojekte, "um die Wände hübscher zu machen", sagt Christl Gräber, die stellvertretende Vorsitzende. Sie will die Menschen für die Klinik begeistern. "Es ist unser Krankenhaus mit besten Ärzten und guten Mitarbeiter." Und: "Es lohnt sich, dafür zu kämpfen."