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12. Dezember 2012

Freundschaft ist typique-typisch

Schüler rappen für die Völkerverständigung in Europa.

  1. HipHop für die Völkerverständigung Foto: Helena Kiefer

  2. HipHop für die Völkerverständigung Foto: Helena Kiefer

KREIS EMMENDINGEN. Seit bald 50 Jahren werden auf beiden Seiten des Rheins Städte-, Schul-oder Vereinspartnerschaften gepflegt: ermöglicht durch den Elysée-Vertrags, dessen 50-jähriges Bestehen in den Blick gerät. Auch deshalb hat die Europastelle des Landratsamts Emmendingen einen Workshop mit dem Rap-Duo "Zweierpasch" in den Gewerblichen und Hauswirtschaftlich-sozialpflegerischen Schulen (GHSE) in Emmendingen angeboten.

Der deutsch-französische Freundschaftsvertrag wurde am 22. Januar 1963 von Bundeskanzler Konrad Adenauer und dem französischen Präsidenten Charles de Gaulle in Paris unterzeichnet. Nach langen Jahren der Feindschaft trieb der Vertrag die deutsch-französische Zusammenarbeit immer weiter an und führte so die europäischen Nachbarn wieder zusammen.

15 begeisterte Jugendliche der elften Klassen nahmen an dem zweisprachigen Workshop teil. Zusammen mit "Zweierpasch" wird bei der Vernissage der Ausstellung "Lebendige Vielfalt: Deutsch-Französische Partnerschaften als Bausteine für Europa" am 9. Januar im Haus am Festplatz ein deutsch-französischer Rap aufgeführt.

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"Uns geht es darum, Begeisterung für Fremdsprachen zu vermitteln", sagt Till Neumann von "Zweierpasch". Zusammen mit seinem Bruder Felix rappt er schon seit mehr als 15 Jahren. Seit fünf Jahren prinzipiell zweisprachig, in Deutsch und Französisch. Für die Deutsche Botschaft waren die Brüder in Mauretanien, um dort mit jungen Musikern zu rappen. Aber auch in der Region sind "Zweierpasch" aktiv.

"Typisch, typisch, typique, typique" rappen die Brüder mit den Schülern im Halbkreis, während im Hintergrund der Beat abgespielt wird. Einige der Schüler bewegen sich schon sehr dynamisch zur Musik, andere konzentrieren sich lieber ganz auf den Text. "Die Schüler sind sehr begeistert. Auch ruhigere Gemüter gehen aus sich raus und lernen ihre Hemmungen abzulegen", freut sich Französischlehrerin Jutta Kury. Auch sei das Projekt pädagogisch gesehen ein ganzheitliches. "Die Schüler sprechen und singen die Musik, hören und bewegen sich dazu" so Kury. Valentin Schyle ist sofort dabei, wenn es um Sachen "Austausch" geht. "Frau Kury hat uns angesteckt mit ihrer Begeisterung und ihrem Engagement", sagt er. "Es ist interessant in die fremde Welt des Raps einzutauchen und zu entdecken, dass diese Form der Musik auch zur Völkerverständigung beitragen kann."

Zusammen mit den Schülern rappen "Zweierpasch" die schon fertigen Texte. Aber nicht nur das. In der zweiten Hälfte des Workshops dürfen die Schüler sich auch selbst darin versuchen, nach Vorlage eigene Inhalte zu finden. "Ich konnte mir am Anfang gar nicht so viel unter dem Workshop vorstellen", erzählt die 16-jährige Sarah Dräger. Auch sei sie überrascht, dass sie so viel selbst rappen dürfen. "Am Anfang waren alle noch sehr verhalten, aber man wird lockerer mit der Zeit", sagt sie weiter. Doch bald bewege man sich wie automatisch, stimmt ihre Freundin Marlene Braun zu.

Tanz und Musik animieren zur Beschäftigung mit Fremdsprachen

Die 17-jährige Celia Limberger lernt seit sechs Jahren Französisch. Mit ihren Klassenkameradinnen Funda-Gül Uzun und Lisa Adami brütet sie über der Vorlage zum Song "Was ich lieb’, was ich hass’". "Schon warm gerarpt, gegroovt?", fragt Till, als es dem Ende der Gruppenphase zugeht. "Was ich lieb’: Zartbitterschokolade. Was ich hass’: verschimmelte Marmelade" rappen die drei Mädchen anschließend ihrer Klasse vor. "Schönes Ding", loben Till und Felix die Gruppe um Sarah und Marlene. Mit großem Spaß rappt die Gruppe ihren eigenen Text. Ihre Mitschüler reagieren begeistert. "Mit unserer Musik und dem Workshop wollen wir die Schüler motivieren, sich mit der Sprache auseinanderzusetzen", sagt Till. Der vorgegebene Text und Rhythmus macht es einfacher, sich an ein Stück heran zu wagen. "Der Samstagmorgen hat sich gelohnt", freut sich Marlene und spricht dabei nicht nur für sich.

Autor: Helena Kiefer