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28. Januar 2015

"Jugend forscht": Vom Seifenspender bis zur Achterbahn

Das Schulzentrum in Freiamt stellt die größte Zahl von Teilnehmern am Regionalwettbewerb, der in der nächsten Woche in Freiburg stattfinden wird.

KREIS EMMENDINGEN (go). Die 50 Jahre spürt man nicht. Der bundesweite Wettbewerb "Jugend forscht" hat nichts an Einfallsreichtum und pfiffigen Ideen eingebüßt. 84 Forscherarbeiten wurden nun zum Regionalwettbewerb Südbaden eingereicht. Acht Gruppen aus der nahen Umgebung sind dabei.

Das Schulzentrum Freiamt ist am stärksten vertreten. Aus der neunten Klasse der Werkrealschule wurden fünf Arbeiten eingereicht. Im vergangenen Jahr nahmen erstmals zwei Schüler am Wettbewerb teil, dieses Mal sind es 13. "Thomas Groß hat uns sehr gut beraten", gibt es ein Lob für den Techniklehrer. Aufgrund seines Engagements und der Unterstützung von Rektor Frank Viernickel beteiligt sich die Schule am Wettbewerb. "Es hat mehr Spaß gemacht als reines Lernen, weil wir wussten, dass wir zum Wettbewerb gehen", sagt Jana Blust (14). Sie hat zusammen mit Julius Sillmann (14) und Yannik Bühler (14) mit der sinnvollen Dosierung von Seifenspendern experimentiert. Dafür wuschen sich die Siebt-, Acht- und Neunklässler nach genauer Anleitung die Hände. "Es gab ein überraschendes Ergebnis", verrät Yannik.

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Daheim auf dem Jörgenbauernhof hat Dominik Bühler (15) jeden Morgen und Abend die Wärme der Hackschnitzel in einer Gitterbox gemessen. Der Vater von Sven Engler (15) stellte den Schlepper samt Frontlader zum Beladen der Box. Beide machen sich mit Feuereifer an die Auswertung der Messungen und setzten sie in Abhängigkeit zur Feuchtigkeit der Hackschnitzel, um herauszufinden, ob man Energie zurückgewinnen könne.

Die farbigen Netzhemden, die man beim Sportunterricht zum Unterschied der Mannschaften überzieht, riechen muffelig und werden deshalb ungern getragen. Miriam Schwenk (15), Vivien Schillinger (14) und David Moosmann (15) nähten aus Autogurten und einer Warnweste ein leichtes Teil. "Wenn unsere Idee später in der Schule umgesetzt wird, würde uns das freuen", sagt Vivien.

"Unsere Nadel ist die beste", sagt Robin Gerber (16). Er, Robin Giesin (15) und Sinan Teker (15) haben eine Einfädelhilfe direkt an der Öse der Nähnadel entwickelt.

"Wir wollen Energie aus dem Fahrtwind gewinnen", berichtet Kilian Bühler (15). Er und Daniel Bührer (15) sind beim Modell gerade im Endspurt. Der Fahrtwind im Mittelstreifen von Autobahnen soll über Rotoren mit seitlicher Abdeckung geführt werden. Sie sehen aus wie senkrechte Walzen und sollen für bessere Durchgängigkeit des Windes sorgen.

Achtklässler Jan Ruchatz (14) des Geschwister-Scholz-Gymasiums in Waldkirch beteiligt sich bereits zum dritten Mal bei Jugend forscht. Er untersuchte den zehn Kilometer langen Schlierbach. Er versuchte die Herkunft des Wassers festzustellen, indem er die im Wasser gelösten Mineralien quantitativ bestimmte. Er forschte am Schülerforschungszentrum Phaenovum in Lörrach und wird im Gymnasium von Physik- und Mathelehrer Tino Kornhaas betreut.

Das Goethe-Gymnasium in Emmendingen ist mit zwei Projekten dabei. Leonard Münchenbach (10), Lars Schwitzer (11) und Kilian Janzig (10) aus Emmendingen haben einen "Zauberwürfelmustermacherroboter (ZWMMR)" erfunden, der sechs unterschiedliche Farbmuster eigenständig drehen kann. Ein Schachbrett oder einen Zebrastreifen dreht er in rund fünf Minuten. Dazu programmierten sie einen Lego-Roboter um, der verdrehte Würfel wieder in die Standartposition bringt. Zusätzlich bauten sie einen Farbsensorklicker, der pro Farbe ein Muster herstellen kann. Die Idee entstand aus dem Spiel heraus.

Die Zwillinge Kirsi und Ronja Schweiger (13) aus Freiamt untersuchten die Gravitationskräfte (G) beim Achterbahn fahren. Negative G-Kräfte machen den Körper leicht, positive machen ihn schwer. Was man bei den Fahrten schon immer gefühlt hat, haben sie nun mit einer besonderen G-App wissenschaftlich nachgewiesen. "Die richtigen Apps und Kalibrierung zu finden, war echt schwer", sagt Ronja. Und was war das schönste bei dem Projekt? "Achterbahn fahren". Die Schüler werden von Lehrer Peer Millauer unterstützt.

Julian Badura (16) aus Endingen ist bei Jugend forscht zum zweiten Mal dabei und besucht das Gymnasium Kenzingen. Er hat eine Beobachtung in der Pflanzenwelt in die Welt der Technik adaptiert. Er konnte anhand von zwei Modellen beweisen, dass mit minimalem Aufwand, ein Schiff deutlich leistungsfähiger ist und so die ausgestoßenen, umweltschädlichen Gase zurückgehen. Das klingt geheimnisvoll – und ist es auch, denn Julian hat ein Patent angemeldet.

Info: Der Regionalwettbewerb findet am Mittwoch, 4. Februar, in der Freiburger Rothaus-Arena statt. Von 9 bis 15 Uhr werden die Wettbewerbsbeiträge von den jugendlichen Forschern präsentiert und erläutert.

Autor: go