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20. Mai 2017

Mit Kreativität gegen eine schwere Last

Im Haus zum Festplatz werden Zeichnungen von Kindern von Suchtkranken gezeigt.

  1. Das Maks-Team (von links) mit Johanna Scheffel, Janine Vogt, Helga Dilger, Patrizia Covini und Claudia Quilitzsch. Foto: Marie Wintergerst

EMMENDINGEN. Im Rahmen der bundesweiten Aktionswoche Alkohol sind seit Montag und bis zum 2. Juni Zeichnungen von Kindern sucht- und/oder psychisch kranker Eltern im Foyer des Hauses am Festplatz ausgestellt. Die Vernissage fand am vergangenen Mittwoch statt. "Was ist bloß mit Mama los?" lautet der Titel der Ausstellung. Ins Leben gerufen hat sie das Modellprojekt Arbeit mit Kindern von Suchtkranken (Maks), das sich mit ihrem ambulanten Hilfsangebot seit 1990 für die betroffenen und gefährdeten Kinder einsetzt. Zu sehen ist eine Auswahl von Zeichnungen, die seit dem Bestehen der Einrichtung gemalt wurden. Landrat Hanno Hurth eröffnete den Nachmittag mit einem kurzen Grußwort. Darin verwies er darauf, welch hohe Wichtigkeit die Arbeit von Maks habe. Aus diesem Grund stelle der Landkreis gerne den Ausstellungsort zur Verfügung, um das Thema möglichst vielen Menschen näher zu bringen.

Die Aufmerksamkeit für Kinder von Suchtkranken sei immer noch sehr gering, sagte Helga Dilger, Leiterin von Maks. Die Betroffenen hätten meist keine kindgerechte Jugend und das Risiko selbst einmal zu erkranken, sei sehr hoch.

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Um Probleme und Belastungen, mit denen die Kinder- und Jugendlichen in ihrem täglichen Leben konfrontiert werden, zum Ausdruck zu bringen, malen oder zeichnen sie. "Ich habe große Angst davor, dass jetzt wieder alles wird, wie es war, als es so schlimm bei uns war" schreibt ein 10-jähriges Mädchen in ihre Bildunterschrift. Insgesamt 25 Zeichnungen machen deutlich, was es heißt, mit einem süchtigen oder psychisch erkrankten Elternteil aufzuwachsen und den Alltag zu meistern. "Wenn man Kummer hat, dann spül es nicht mit Alkohol weg, rede mit Freunden darüber", schreibt ein Mädchen.

Die Bewirtung übernahmen der Kiwanis Klub Emmendingen Tara, musikalisch umrahmt wurde die Vernissage von Olivier Schröder am Cello.

Autor: Marie Wintergerst