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05. Februar 2015

Sieben erfolgreiche Jungforscher

Einen ersten Platz und zwei dritte Plätze gab es beim Regionalwettbewerb "Jugend forscht" in der Rothaus-Arena in Freiburg.

EMMENDINGEN. 84 Jungforscher aus Südbaden stellten sich dem Wettbewerb "Jugend forscht". Am Mittwoch wurde in der Freiburger Rothaus-Arena der Regionalwettbewerb entschieden. Jan Ruchatz aus Waldkirch gewann einen ersten Preis und Vivian Schillinger, Miriam Schwenk und David Moosmann von der Werkrealschule Freiamt erreichten einen dritten Platz. Ebenso Leonard Münchenbach, Lars Schwitzer und Kilian Janzig vom Goethe-Gymnasium Emmendingen.

"Es hat wieder riesig Spaß gemacht", sagt Jan Ruchatz (14). Der Achtklässler geht auf das Geschwister-Scholl-Gymnasium Waldkirch und beteiligte sich trotz seiner Jugend bereits zum dritten Mal beim Wettbewerb und ging jedes Mal als Sieger hervor. Nun gewann er im Fachbereich Geo- und Raumwissenschaften. Er untersuchte den zehn Kilometer langen Schlierbach, der im Südschwarzwald bei der Hohen Möhr entspringt und bei Schopfheim in die Wiese mündet. Der Bach durchfließt verschiedene geologische Zonen. Sie können mit chemischen Untersuchungen im Wasser nachgewiesen werden. Zu den ersten Ergebnissen gehörte, dass der Schlierbach mit den Jahrzehnten seinen Verlauf kurz nach der Quelle geändert hat, dies aber in den Karten aktualisiert wurde. Der Mineralstoffgehalt des Wassers ist direkt an der Quelle äußerst gering, Kalk überlagert viele Inhaltsstoffe, spiegelt jedoch auch die Geologie wieder.

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"Unser zweites Badezimmer wurde mein Labor", erzählt Jan, dessen große Leidenschaft die Chemie ist. Seine Eltern vertrauen ihm. Ärger gibt es nur, wenn es mal wieder streng riecht. Etwa, wenn er Schimmelpilze züchtet, um sie unter dem Mikroskop zu erforschen oder die Arbeit der Köhler im kleinen Maßstab ausprobiert. "Da lief was schief und das Bad wurde zum Räucherzimmer", lacht Jan. Das sei aber auch das Schlimmste gewesen. Die gefährlichen Sachen mache er sowieso im Schülerforschungszentrum Phaenovum in Lörrach. Außerdem sei er eh vorsichtig.

Das Schulzentrum Freiamt ist mit insgesamt fünf Gruppen aus der Abschlussklasse angetreten. Einen dritten Platz erreichte die Gruppe, welche geruchsfreie Überzugshemden erfand, welche man im Sport braucht, um bei einem Spiel die beiden Mannschaften zu unterscheiden. "Die Hemden braucht man, aber die muffeln immer", sagt Vivien Schillinger (14). Deshalb sparten sie, Miriam Schwenk (15) und David Moosmann (15) die intensiven Schweißbereiche von Nacken und Brust mit Stoff aus. Halt geben Autogurte, Signalfarben verdeutlichen die Unterschiede der Mitspieler. "Die Juroren waren nett und interessiert und gaben uns Verbesserungstipps und lobten gute Ideen", erzählt Miriam. "Und wir haben von der Sick AG als Sonderpreis 75 Euro für die Schule bekommen", ergänzt Vivien. "Ich fand es in der Jugendherberge beim Freiburger Stadion gut", sagt David.

Ebenfalls einen dritten Platz errangen Leonard Münchenbach, Lars Schwitzer und Kilian Janzig vom Goethe-Gymnasium in Emmendingen. Sie bauten und programmierten einen Legoroboter, der eigenständig Muster auf dem Zauberwürfel herstellte.

Die Freiämter Schüler, welche Energie aus Hackschnitzel (Sven Engler, Dominik Bühler) und Seifendosierung zum Händewaschen (Jana Blust, Julius Sillmann, Yannik Bühler) bearbeiteten, erhielten ebenfalls einen Sonderpreis. Nicht ganz gereicht hat es für die Nähnadelhilfe (Robin Gerber, Robin Giesin, Sinan Teker) und die Windenergiegewinnung auf dem Mittelstreifen der Autobahn (Kilian Bühler, Daniel Bührer). Kirsi und Ronja Schweiger (Freiamt) vom Goethe-Gymnasium Emmendingen untersuchten die Gravitationskräfte beim Achterbahnfahren.

Nicht ganz gereicht hat es auch für Julian Badura aus Endingen. Er besucht das Gymnasium in Kenzingen und fand heraus, dass man den wasserabweisenden Lotuseffekt von Pflanzen wie bei einer Mimose auch bei der Außenhaut von Schiffswänden nutzen kann. So nimmt deren Leistungsfähigkeit deutlich zu. Seine Idee wurde aber vom Patentamt angenommen und so hofft er nun auf die tatsächliche Verwendung im Schiffsbau.

Antonia Münchenbach aus Emmendingen vom St. Ursula-Gymnasium (Freiburg) wurde mit der mathematischen Untersuchung eines Spiels Regionalsiegerin.

Autor: Gerda Oswald