Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

31. Juli 2009

Den Unterschieden bei den Schülern Rechnung tragen

Staatliches Seminar für Didaktik und Lehrerbildung in Lörrach verabschiedete 132 Junglehrerinnen und -lehrer.

LÖRRACH. 132 Junglehrerinnen und Lehrer – die meisten von ihnen weiblich – wurden mit einer Feier aus dem Staatlichen Seminar für Didaktik und Lehrerbildung verabschiedet. Sie haben ihr zweites Staatsexamen geschafft und sind jetzt als Grund- und Hauptschullehrer ausgebildet. Doch längst nicht alle von ihnen haben einen Arbeitsvertrag in der Tasche.

Zahlen konnte Seminarleiter Xaver Anders nicht nennen, aber "zu viele" Absolventen hätten keine Stelle im staatlichen Schuldienst erhalten. Dennoch bleiben nicht alle von ihnen arbeitslos. Einige seien in anderen Bundesländern oder in der Schweiz untergekommen, andere träten Stellen in Privatschulen an, so Inge Wehrle, stellvertretende Seminarleiterin.

Eine der glücklichen Absolventen mit Arbeitsvertrag an einer staatlichen Schule ist Sonja Fernando. Sie kann als Klassenlehrerin in der Markgrafenschule in Weil am Rhein unterrichten. Dies verdanke sie einer Zusatzqualifikation, die sie in einem Pilotprojekt erworben hat, wie sie berichtet. In der Markgrafenschule übernimmt sie eine Kleinklasse mit Kindern, die Verhaltensauffälligkeiten zeigen. Insgesamt hätten acht Absolventen diese Zusatzqualifikation erworben und dadurch ihre Kompetenzen erweitern können, sagt ihre Ausbilderin Ulrike Schlegel vom Staatlichen Seminar.

Werbung


Xaver Anders beglückwünschte die neuen Lehrer zu ihrem Berufsabschluss. Sie müssten sich großen beruflichen Herausforderungen stellen. In den nächsten Jahren würden große Veränderungen das Berufsbild prägen. Die Schere zwischen Überbehütung und Verwahrlosung der Kinder werde immer weiter auseinanderklaffen, und die Folgen seien in den Schulen täglich spürbar. Die Lehrer würden künftig immer stärker als Erzieherinnen, Beraterinnen und Orientierungsgeberinnen gefordert.

Seiner Ansicht nach ist das Prinzip falsch, nachdem man in Bildungsfragen vom Gleichheitsgrundsatz ausgehe. Ein Umdenken sei nötig, bei dem der Heterogenität der Schülerinnen und Schüler Rechnung getragen werde. Auch bedeute es eine große Herausforderung, wenn das begrüßenswerte Vorhaben der Integration behinderter Kinder in die Regelklassen umgesetzt wird. Um den Anforderungen gerecht zu werden, sollten die jungen Lehrer bereit sein, lebenslang zu lernen, zukunftsorientiert und im Team zu arbeiten, Führungsverantwortung zu übernehmen und proaktiv mitzuwirken. Einen Preis für herausragende Prüfungsergebnisse erhielten: Julia Scherer, Melanie Kempf, Roland Willmann, Christoph Baumeister und Stefanie Böcherer.

Autor: Britta Wieschenkämperin