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16. Februar 2017

Der ganz normale Wahnsinn

Zum vierten Mal organisiert die Erich Kästner-Schule die Vortragsreihe "Junge Menschen stärken".

  1. Schulleiterin Barbara Timm und ihre Stellvertreterin Sigrid Springmann-Preis haben wieder eine spannende Vortragsreiche zusammengestellt. Foto: Kathrin Ganter

LÖRRACH. Zum vierten Mal wird in diesem Jahr die Vortragsreihe "Junge Menschen stärken" von der Erich Kästner-Schule im St. Elisabethenkrankenhaus (Eli) veranstaltet. Sie will Medizin, Psychologie und Pädagogik in der Betreuung psychisch kranker Jugendlicher zusammenbringen. Die Vorträge richten sich aber auch an Eltern und Interessierte.

Schon in den vergangenen Jahren reichte der große Saal des Eli mit seinen rund 150 Plätzen nicht immer aus, um die Zuhörerschar aufzunehmen. Eines der Zugpferde war dabei der Kinder- und Jugendpsychiater und Krimiautor Frank Köhnlein. Er wird dieses Mal am Mittwoch, 22. März, zum Thema "Das kann je heiter werden! Humor in der Therapie und Pädagogik" sprechen, was voraussichtlich nicht nur sehr informativ, sondern auch sehr lustig sein wird.

Generell sind die Themen der Vortragsreihe ernst, aber lösungsorientiert: "Wir konzentrieren uns auf gute Ansätze und Vorgehensweisen in der Therapie und Erziehung", sagt Barbara Timm, Schulleiterin des Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrums Erich Kästner-Schule – wie die "Schule für Kranke" am Eli mittlerweile heißt. Mediziner, Psychologen und Pädagogen sollten dabei möglichst an einem Strang ziehen, was noch immer nicht selbstverständlich sei.

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Für Laien verständlich, für Fachleute spannend

Was nicht nur Pädagogen kennen und können müssen, ist der Umgang mit herausforderndem Verhalten bei Jugendlichen. "Was tun, bevor’s kracht!?" mit den Sonderpädagogen Michael Eisele und Wolfgang Braun ist der zweite Vortrag und findet am Mittwoch, 17. Mai statt. Ärzte und (Sozial-)Pädagogen, aber auch Eltern, Angehörige und nicht zuletzt interessierte Jugendliche – sie alle sind Zielgruppe der Vortragsreihe. "Das macht es für die Referenten oft nicht einfach", sagt die stellvertretende Schulleiterin und Initiatorin der Reihe, Sigrid Springmann-Preis. Für die Laien darf es nicht zu kompliziert und für die Fachleute nicht zu seicht sein.

Diese Mischung gelang aber in den vergangenen Jahren gut, auch weil die Referenten sehr sorgfältig ausgewählt waren. Auch in diesem Jahr ist es ein Wechsel aus renommierten Fachleuten von außerhalb und Experten aus dem eigenen Haus. So wird am Mittwoch, 4. Oktober, Professor Franz Resch von der Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie an der Uniklinik Heidelberg zum Thema "Der ganz normale Wahnsinn – Pubertät als Entwicklungsaufgabe" sprechen.

Den folgenden Vortrag am Mittwoch, 25. Oktober, werden Katrin Haug und Andreas Kubetzko halten. Sie referieren über den Ansatz der Multifamilientherapie in der Behandlung von Magersucht, der seit einiger Zeit am Eli praktiziert wird. Den Abschluss der diesjährigen Reihe macht am 22. November Johannes Drescher, Leitender Arzt im Netzwerk für psychische Gesundheit Freiburg (CH), zum Thema "Wenn die Seele den Körper krank macht – Psychosomatische Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen". Alle Veranstaltungen beginnen um 19 Uhr.

Auch ist der Eintritt zu allen Vorträgen dank Sponsorengeldern wieder frei. Das ist den Organisatorinnen wichtig, denn die Reihe soll nicht nur einen fachlichen Austausch ermöglichen, sondern auch für Hilfesuchende einen Weg in die Beratung des Sonderpädagogischen Zentrums sein.

Junge Menschen stärken: weitere Infos unter http://mehr.bz/staerke17

Autor: Kathrin Ganter