Stinkwanze bedroht Obst und Gemüse

Daniel Gramespacher

Von Daniel Gramespacher

Sa, 06. Oktober 2018

Kreis Lörrach

Schädling auch im Kreis Lörrach.

LÖRRACH (gra). Die Marmorierte Baumwanze, ein aus Asien stammender Schädling für Obst und Gemüse, wird zunehmend auch im Landkreis Lörrach zu einem Problem. Erste Funde gab es schon vor drei Jahren im Stadtgebiet von Weil am Rhein, weiß Klaus Nasilowski, Kreisobstbauberater im Lörracher Landratsamt. Danach gab es einzelne Meldungen; die Funde waren aber nicht immer klar zu identifizieren. Da bei Thema Pflanzenschutz im Siedlungsraum keiner die Verantwortung übernehmen will, wurde nichts getan, beklagt Nasilowski.

Im Gegensatz zum Beispiel zum Asiatischen Laubholzbockkäfer besteht bei der Marmorierten Baumwanze keine gesetzliche Verpflichtung, das Auftreten zu melden und auch keine Verpflichtung die Tiere zu bekämpfen. "Jetzt ist passiert, was passieren musste: Die Tiere breiten sich massenhaft aus", sagt Nasilowski. Im Obstbau gebe es erste Probleme in der Region Fischingen. Die Bekämpfung der Marmorierten Baumwanze sei ein schwieriges Feld. Es gibt kaum zugelassene Mittel für Haus, Kleingärten sowie öffentliches Grün; selbst im Erwerbsgemüse und -Obstbau sieht es dünn aus. Die Forschung stehe noch ganz am Anfang.

Im Unterschied zur Grauen Gartenwanze hat die Marmorierte Baumwanze helle Punkte auf dem Rücken und Streifen im transparenten Flügelteil. Der Schädling saugt an rund 300 Pflanzenarten. Obst und Gemüse verfärben oder verbeulen, stinken und sind nicht mehr zu vermarkten. In den USA gilt er mit der Kirschessigfliege als schlimmster Schädling; seit 2017 verursachte er dort allein an Äpfeln 37 Millionen Dollar Schaden.

Info: Funde, vor allem in Produktionsanlagen, mit Foto und Fundort melden an pflanzenschutz-insekten@ltz.bwl.de. Mehr Infos unter http://mehr.bz/marmor-baumwanze