Von Kröten, Käuzen und Fledermäusen

Thomas Loisl Mink

Von Thomas Loisl Mink

Sa, 18. März 2017

Kreis Lörrach

Der Naturschutzbund mit mehr als 2000 Mitgliedern im Landkreis erhält und schafft Lebensräume für gefährdete Tierarten.

LÖRRACH. Der Naturschutzbund (NABU) kümmert sich im Landkreis Lörrach um den Erhalt und die Schaffung von Lebensräumen für gefährdete Tierarten wie Kröten, Fledermäuse oder Käuze. Nach der jüngsten Mitgliederwerbung hat der NABU im Landkreis jetzt mehr als 2000 Mitglieder und ist damit einer der größten Kreisverbände Baden-Württembergs.

Amphibien
Verschiedene Gruppen befassen sich sehr aktiv mit jeweils bestimmten Tierarten. Von der Arbeit mit Amphibien, von denen es 14 Arten im Landkreis gibt, berichtete Stefan Kaiser. Die Gruppe erfasst den Bestand und kartiert die Vorkommen, plant und baut Lebensräume und Laichgewässer. Besonders beschäftigte man sich mit zwei Arten: Kreuzkröte und Geburtshelferkröte. Die Kreuzkröte braucht zum Laichen staunasse Flächen, die auch mal austrocknen müssen, die der Landwirt aber nicht mag. Deshalb gibt es nur noch einzelne Vorkommen, größere im Bereich Warmbach–Degerfelden und zwischen Efringen-Kirchen und Haltingen sowie kleinere bei Schliengen, Blansingen und Grenzach-Wyhlen. Die Geburtshelferkröte, die früher flächendeckend im Landkreis vorkam, entdeckt man nur noch an einzelnen Stellen, eines der größten Vorkommen in ganz Baden-Württemberg ist in Fröhnd. Sie braucht tiefe Laichgewässer, weil die Kaulquappen darin überwintern, und als Lebensraum Steintreppen, Trockenmauern oder Steinbrüche. Die Gruppe schafft geeignete Lebensräume auf öffentlichen oder vom NABU gekauften Flächen.

Käuze und Kirchen
"Lebensraum Kirchturm" ist ein Projekt, das Armin Kreutner vorstellte. Fledermäuse, Schleiereulen, Turmfalken, Dohlen, Schwalben und Mauersegler finden hier Unterschlupf, immer weniger allerdings, weil es immer weniger Schlupflöcher in Gebäuden gibt. Die Gruppe betreut deshalb Kästen für Schleiereulen und installiert auch neue, wie in der Kirche St. Josef in Brombach. 250 Wohnröhren gibt es für Steinkäuze in südlichen Markgräflerland, die vom NABU betreut werden, wie Christof Trzebitzky berichtete. 2016 Jahr gab es 20 erfolgreiche Bruten mit 57 Jungen. Andreas Lang hat mit einer Gruppe dieses Jahr das Kleineulen-Monitoring begonnen, zunächst im Großen und Kleinen Wiesental. Hier konnten Vorkommen von Raufußkauz und Sperlingskauz festgestellt werden.

Rolf Dietrich, von Haus aus Schreiner, bemüht sich im die Wiederansiedlung des Wiedehopfs und hat 20 entsprechende Kästen gebaut und im Markgräflerland aufgehängt. Ein Wiedehopf hat sich bisher aber nicht darin niedergelassen, dafür manch andere Tierart.

Fledermäuse und Wasservögel
20 Arten von Fledermäusen gibt es in Baden-Württemberg, von denen alle geschützt sind, berichtete Jochen Hüttl. 16 davon sind gesichert auch im Landkreis vorhanden, doch sie geraten in Quartiernot, weil immer mehr Lücken und Ritzen in Bauwerken verschwinden und es auch im Wald zu wenig Höhlen gibt. Die Gruppe reinigt vorhandene Quartiere und zählt den Bestand. Um die Zählung der Wasservögel bemüht sich eine Gruppe um Erhard Gabler. Außer dass die Schellenten nachgelassen haben gibt es hier keine bemerkenswerten Veränderungen. Eine Gruppe um Barbara Stecher hat Bäume und Hecken gepflanzt, die Lebensräume und Nistplätze für Vögel bieten sollen.

Jugendarbeit
Inzwischen gibt es drei Jugendgruppen für verschiedene Altersstufen, die sich im Gelände mit verschiedenen Themen und Aufgaben beschäftigen, wie Erika Biehler berichtete. Da wird geschaut, was sich im Wald bewegt oder auch mal eine Igelvilla gebaut. Mit dem Kindergarten Arche Noah in Haagen unternahm Annette Windhausen ein Projekt, bei dem es um Blumen und Wildbienen auf den dem Kindergarten benachbarten Wiesen ging. Trotz des Kaufs eines Autos wies die Kasse am Jahresende ein kleines Plus auf, was vor allem einem hohen Spendenaufkommen zu verdanken ist, berichtete Rolf Dietrich.