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26. August 2010

Noch kein erhöhtes Risiko, aber das kann sich ändern

Photovoltaikanlagen aus versicherungstechnischer Sicht.

  1. Bei zuständigen Versicherungen werden Solaranlagen noch nicht als Risiko eingestuft. Foto: BZ

WALDSHUT-TIENGEN (msb). Wenn ein Haus mit einer Solaranlage auf dem Dach in Flammen steht, wird es buchstäblich brenzlig. Da sich die Anlagen zur umweltfreundlichen Stromerzeugung nicht abschalten lassen, müssen Feuerwehrleute bei Löscharbeiten mit Stromstößen rechnen, wenn sie nicht mindestens fünf Meter Sicherheitsabstand halten. Obendrein erschweren die häufig ohne Zwischenraum aufs Dach montierten Module die Löscharbeiten (wir berichteten). Doch wie wird dieses Problem aus versicherungstechnischer Sicht bewertet?

So viel steht fest: Auch wenn es einzelne spektakuläre Brandfälle gegeben hat, bei denen Solardächer das Löschen von Häusern beeinträchtigt haben, werden für Fotovoltaikanlagen bislang keine Risikozuschläge erhoben. Das sei momentan auch nicht angedacht, sagt Lothar Tröscher, Leiter der Versicherungsabteilung bei der Sparkasse Hochrhein. Allerdings räumt er ein: "Wir können nicht sagen, wie das in fünf Jahren gehandhabt wird."

Auch Thomas Böhler, Hauptvertreter der Badischen Versicherung BGV in Waldshut-Tiengen, geht davon aus, dass sich die Beiträge für Solaranlagen auf absehbare Zeit erhöhen könnten: "Bislang fehlen einfach die Erfahrungswerte." Fakt ist aber, dass die Zahl der Solaranlagen ständig zunimmt – und damit auch die Gefahr, dass die Zahl der Brände zunimmt, bei denen die umweltfreundlichen Energielieferanten auf dem Dach zum Problem werden. Häufen sich solche Fälle, werden Solardächer auch anders eingestuft, und die Besitzer müssten mit höheren Prämien rechnen, sagt Böhler.

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Momentan werden Solardächer aber über die normale Gebäudeversicherung erfasst. "Da es sich bei den Anlagen um werterhöhende Maßnahmen am Haus handelt, erhöht sich natürlich die Versicherungsprämie", erklärt Lothar Tröscher. Durch die Gebäudeversicherung wird die Anlage gegen so genannte Elementarschäden, also Feuer, Hagel, Schneedruck und ähnliches, versichert. Das Paket kann um eine Zusatzversicherung erweitert werden, mit der unter anderem Diebstahl, Beschädigung oder Zerstörung der Anlage abgedeckt sind. Außerdem gibt es für Anlagenbetreiber eine Haftpflicht.

Der Tipp der Experten lautet in jedem Fall: Zwischen den einzelnen Modulen eine Gasse lassen, damit der Feuerwehr im Ernstfall nicht alle Zugänge vom Dach her versperrt sind. Böhler dazu: "Wenn man sieht, dass immer mehr Dächer komplett zugebaut sind, denkt man lieber nicht dran, was alles passieren könnte."

Autor: bz